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Brücke über die Sieg: Planung für Neubau des Horstmannsteges in Hennef steht fest

Brücke über die Sieg : Planung für Neubau des Horstmannsteges in Hennef steht fest

Die Kosten für den Neubau der Siegbrücke für Fußgänger und Radler belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Mit dem Abriss der maroden alten Brücke kann aus Naturschutzgründen erst im Sommer 2019 begonnen werden.

Keine Alternative zur Sperrung des Horstmannsteges vor zwei Wochen hat es laut Diplom-Ingenieur Mathias Steitz vom Ingenieurbüro Verheyen gegeben. Am Donnerstagabend präsentierte der Experte dem Bauausschuss Bilder der verrosteten Stäbe und Zugeisen der Brücke, die deutlich machten, wie marode die für die Tragfähigkeit der Brücke so wichtigen Elemente tatsächlich sind. Im Anschluss präsentierte Steitz die Neubaupläne des Horstmannsteges, die einstimmig vom Bauausschuss beschlossen wurden.

Die Variante, für die sich der Ausschuss entschied, sieht eine 3,50 Meter breite Geh- und Radwegbrücke mit einer Geländerhöhe von 1,30 Metern vor. Die Achse der Brücke wird dem bestehenden Bauwerk angepasst und verläuft in der vorhandenen, gebogenen Trasse. Da bei der Neuplanung die bisherige gebogene Form beibehalten wird, seien Aufwand und Konstruktion laut Verwaltung kostenintensiver als bei der 2015 geplanten, geraden Balkenbrücke.

Die Brückenpfeiler sollen laut Steitz strömungsorientiert an die Sieg angepasst und installiert werden. „Es wird keinerlei Aufbauten oberhalb des Geländers geben“, sagte Steitz. Da in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden sowie mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) geplant werde, würden dessen Forderungen, den Fluss der Sieg möglichst wenig zu behindern, Rechnung getragen. So wird der Neubau ohne Pylon auskommen und in der bereits existierenden Trasse liegen.

Fördermittel in Höhe von 70 Prozent in Aussicht gestellt

Auch die mehrstämmige Weide, die weiter flussaufwärts wächst, wird nicht tangiert. 2,5 Millionen Euro soll der neue Horstmannsteg kosten. „Auch für diese Planung hat uns das Land Fördermittel in Höhe von 70 Prozent in Aussicht gestellt“, sagte Roland Stenzel, Technischer Leiter der Hennefer Stadtbetriebe. Zu der Neubausumme kommen allerdings noch Kosten für die Tiefgründung der fünf Brückenpfeiler von rund 150.000 Euro dazu.

„Da diese Tiefgründung eine Forderung der Bezirksregierung ist, hat sie zugesagt, auch Teile dieser Maßnahme zu bezuschussen“, so Stenzel. Mit den Abrissarbeiten des alten Horstmannsteges könne allerdings laut Steitz aus Naturschutzgründen erst im Sommer 2019 nach der Laichzeit einiger in der Sieg lebenden Fischarten begonnen werden. Danach erfolge der Neubau.

Eine behelfsmäßige Sanierung der Schäden durch den Einbau einer zusätzlichen Stütze wurde nicht weiter verfolgt und auch nicht in den Beschlussvorschlag aufgenommen. „Auch für diese Übergangslösung, die wahrscheinlich zwischen 100 000 und 150 000 Euro kosten würde, müssten sämtliche Behörden und der BUND die Zustimmung erteilen“, so Steitz. Vor Herbst oder Winter 2018 könnte die Brücke also nicht wieder geöffnet werden. Selbst wenn diese Notlösung dann bis zum Sommer 2019 halten würde, müsste die Brücke für den Neubau trotzdem abgerissen werden. Laut Verwaltung stehen die Kosten in keinerlei Relation zum Nutzen.

Auch über die Allner Brücke, für die der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig ist und über die täglich 15 000 Fahrzeuge rollen, diskutierte der Ausschuss. Fußgänger und Radler werden vom motorisierten Verkehr mit einer Leitplanke getrennt. Zudem fehlt eine Beleuchtung. „Wir haben uns vor ein paar Tagen mit den Fachleuten von Straßen NRW getroffen und ein sehr konstruktives Gespräch geführt. Der Landesbetrieb arbeitet derzeit an Lösungen“, sagte Stenzel.