Peta zeigt Landwirt aus Hennef an: Tierhalter soll gegen Tierschutzgesetz verstoßen haben

Tierhalter aus der Region : Peta erstattet Strafanzeige gegen Landwirt aus Hennef

Die Tierrechtsorganisation Peta wirft einem Rinderhalter aus Hennef einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Sie hat Ende Dezember Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bonn erstattet.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Bonn gegen einen Tierhalter aus Hennef erstattet. Er soll ihrer Ansicht nach mehrfach und lang andauernd gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verstoßen haben. Zudem fordert Peta ein Tierhalteverbot für den Landwirt. Die Staatsanwaltschaft Bonn bestätigte, dass immer wieder Anzeigen von Peta eingehen, konnte sich am Mittwoch aber zum konkreten Fall kurzfristig nicht äußern.

Im Dezember hatte eine Frau der Tierrechtsorganisation Fotos und Videomaterial einer Rinderhaltung in Hennef zukommen lassen. Sie war bei einem Spaziergang auf die Situation der 19 Kühe aufmerksam geworden und hatte daraufhin die Polizei verständigt, die das Veterinäramt informierte. Die Rinder hätten sich aufgrund der bauchhohen Kotberge kaum mehr in ihren Stallungen bewegen können, teilt Peta mit. Das sei eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Klauen und Gliedmaßen. „Das Beweismaterial der Whistleblowerin weist eindeutig nach, dass die Missstände monatelang angedauert haben müssen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Peta sieht mehrere Verstöße gegen Tierschutzgesetz

„Wer Rinder in derart tierquälerischer Weise hält, muss mit einer harten Strafe rechnen. Wir hoffen, dass dem Tierhalter in der Konsequenz auch ein Tierhaltungsverbot auferlegt wird“, so Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei Peta. Die Organisation sieht in den Zuständen mehrere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Aus dem Bildmaterial der Zeugin sei ersichtlich gewesen, dass die Lebensumstände der Rinder tierschutzwidrig gewesen seien, so Peta. Der Beanzeigte habe den massiv vernachlässigten Tieren über einen längeren Zeitraum hinweg erhebliche Leiden und Schäden zugefügt.

Die Zeugin hat inzwischen erreicht, dass die Behörden einen Teil der Tiere aus der Anlage sichergestellt haben. „Von den 19 Rindern wurden bedauerlicherweise sechs getötet, zwölf Tiere übernahm der Tierschutzverein Rüsselsheim und bewahrte sie so vor dem Schlachthof“, schreibt Peta. Ein Rind habe laut Beschluss der Behörde bei dem Landwirt bleiben müssen, sei schließlich jedoch ebenfalls freigekauft worden.