Peta-Auszeichnung für Feuerwehr Hennef nach Karpfen-Rettungsaktion

Peta: „Helden für Tiere“ : Feuerwehr aus Hennef für Karpfen-Rettungsaktion ausgezeichnet

Die Tierrechtsorganisation Peta hat die Freiwillige Feuerwehr Hennef für ihren Einsatz an einem Karpfenteich Ende August als „Helden für Tiere“ ausgezeichnet - obwohl die Wehrleute dafür vom Umweltamt gerügt worden waren.

Für ihre Rettungsaktion für Karpfen, die in einem privaten Teich am Gut Zissendorf Ende August zu verenden drohten, erhielt die Feuerwehr Hennef eine Rüge vom Kreisumweltamt. Das Abpumpen des Wassers aus der Sieg in den Karpfenteich sei nicht zulässig gewesen, hieß es. Dafür wurde die Freiwillige Feuerwehr Hennef jetzt von der Tierrechtsorganisation Peta für ihr „tierfreundliches Engagement“ auszeichnet. Sie erhielt eine „Helden für Tiere“-Urkunde.

„Wir möchten uns ganz herzlich bei der Feuerwehr Hennef bedanken“, sagte Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta. „Die Freiwilligen sind nicht davor zurückgeschreckt, viel Energie, Zeit und Aufwand zu investieren und haben so mehr als 300 Karpfen und zahlreichen Schleien das Leben gerettet. Sie sind wahrlich Helden für Tiere.“

Feuerwehr Hennef sah bei Karpfen-Teich Gefahr in Verzug

Die Besitzerin des Guts Zissendorf hatte ein Fischsterben in ihrem etwa 150 Meter langen und 30 Meter breiten Teich bemerkt. In dem nicht bewirtschafteten Teich leben hauptsächlich Karpfen und Schleien. Die Freiwillige Feuerwehr Hennef kam zu Hilfe und stellte fest, dass der Wasserstand auf nur noch etwa zehn Zentimeter gesunken war – ein Todesurteil für zahlreiche Tiere. Etwa 80 Karpfen waren bereits gestorben.

Die Feuerwehr sah Gefahr in Verzug und handelte umgehend. Die Feuerwehrleute pumpten etwa eine Million Liter Wasser aus der anderthalb Kilometer entfernten Sieg in den Teich, um mehreren Hundert Fischen das Leben zu retten. Der Einsatz dauerte die ganze Nacht und bis in den darauffolgenden Tag hinein.

Zustimmung der Unteren Wasserbehörde fehlte

Die Feuerwehr hätte das nicht ohne Zustimmung der zuständigen Unteren Wasserbehörde (UWB) des Rhein-Sieg-Kreises tun dürfen, so rügt das Umweltamt. Grundsätzlich müsse immer eine wasserrechtliche Erlaubnis eingeholt werden, wenn Wasser aus einem Gewässer entnommen werde – es sei denn, es gehe um die „Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für die öffentliche Sicherheit“.

Foto: Peta

Dieser Tatbestand, so das Fachamt, „war in diesem Fall eindeutig nicht erfüllt, da die nachteiligen Veränderungen auf die Sieg bei den derzeitigen Abflussverhältnissen eindeutig schwerer wiegen als ein drohender Schaden bei Trockenfallen einer Fischanlage“. Die ökologische Funktion der Sieg als Lachslaichgewässer sei bei weitem wichtiger als der Erhalt eines privaten Fischweihers.

Das sieht Peta anders. „Wir möchten uns ganz herzlich bei der Feuerwehr Hennef bedanken. Die Freiwilligen sind nicht davor zurückgeschreckt, viel Energie, Zeit und Aufwand zu investieren und haben so mehr als 300 Karpfen und zahlreichen Schleien das Leben gerettet“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta. Der Verein zeichnet regelmäßig Menschen für besonders tierfreundliches Verhalten aus. Er ist nach eigenen Angaben mit rund 1,5 Millionen Unterstützern die größte Tierschutzorganisation Deutschlands.

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