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Kirchenkreis: Neuer Träger übernimmt den Hennefer Kindergarten

Kirchenkreis : Neuer Träger übernimmt den Hennefer Kindergarten

Das neu geschaffene Referat des Kirchenkreises übernimmt die Trägerschaft der Kita „Regenbogen“. Für die Erzieher, Eltern und Kinder ändert sich indes nichts.

Seit 25 Jahren ist die Evangelische Kita „Regenbogen“ eine Institution in der Stadt Hennef. Nun geht sie in eine neue Trägerschaft über. Die evangelische Kirchengemeinde Hennef übergibt sie mit Beginn des neuen Kindergartenjahres an das eigens dafür neu geschaffene Kita-Referat des evangelischen Kirchenkreises an Sieg und Rhein in Siegburg. Dieses gilt künftig als Dachstruktur für mehrere Kitas. Für die Mitarbeiter, Kinder und Eltern in Hennef ändert sich indes nichts, zumal Gebäude und Grundstück ohnehin bei der Kirchengemeinde bleiben, ebenso die religionspädagogische Arbeit.

„Wir geben ein Schmuckstück ab“, sagte Pfarrer Stefan Heinemann bei der Übergabe des Schlüssels an Stephanie Kola, die neue Referatsleiterin. Diesen hatten die Kinder selbst gebastelt und mit ihren Fingerabdrücken versehen. Auch der stellvertretende Bürgermeister Thomas Wallau, der in Vertretung von Klaus Pipke gekommen war, hatte einen großen Schlüssel dabei. „Das ist der für das Rathaus, den kennt ihr schon von Karneval“, erklärte er den Kindern, bevor er ihn der Kindergartenleiterin Olga Graf übergab. Im Anschluss stimmten die Kleinen das „Regenbogen-Lied“ der Kita an.

Keine Änderungen für Erzieher, Eltern, Kinder

Parallel zum Hennefer Kindergarten gingen auch die Einrichtungen in Siegburg, Bad Honnef, Troisdorf und Sankt Augustin in die neue Trägerschaft über, die aber keinen Trägerwechsel im klassischen Sinne bedeutet, wie Heinemann erläuterte. Der Grund für den vom Presbyterium im Februar beschlossenen Wechsel, den die Kommune und der Landschaftsverband Rheinland genehmigen mussten, ist die Zunahme bürokratischer Vorschriften und Dokumentationsarbeit sowie die Personaldisposition. „Ich gebe nun all das ab, was ich nie gelernt habe“, sagte der Pfarrer mit Blick auf die Entlastung des Pfarrteams, des Gemeindebüros und der ehrenamtlichen Presbyter.

Finanziell bleibt jedoch alles beim Alten. Die Kosten werden zu 88 Prozent von der Kirchengemeinde refinanziert, die restlichen zwölf Prozent als Trägeranteil aus kirchlichen Finanzmitteln bestritten. Im Unterschied zu anderen Kommunen erhalten Kitas kirchlicher Träger in Hennef keine freiwillige Förderung, was das Presbyterium in einem Schreiben kritisiert. In anderen Kommunen gebe es sechs bis zwölf Prozent an Fördergeldern. Besonders vor dem Hintergrund, dass in Hennef bis 2024 noch weitere 240 Kita-Plätze benötigt werden, steht die Gemeinde in Zeiten stagnierender Kirchensteuereinnahmen vor der Frage, wie es weitergehen soll. In der „Regenbogen-Kita“ werden 80 Kinder in vier Gruppen von 15 Pädagogen betreut.