Nach Massenschlägerei in Hennef: Mutter erhebt Vorwürfe gegen Polizei

Nach Massenschlägerei in Hennef : Mutter erhebt Vorwürfe gegen Polizei

In Hennef ist am Montagabend ein Streit zwischen drei verfeindeten Familien eskaliert. Zwei Personen wurden verletzt. Die Mutter eines Opfers erhebt nun Vorwürfe gegen die Polizei.

Ein Streit zwischen drei verfeindeten Familien ist in Hennef am späten Montagabend eskaliert. Wie die Polizei mitteilte, sind gegen 23.30 Uhr 13 in Hennef und Köln wohnhafte Männer am Kreisverkehr Frankfurter Straße/Wippenhoher Straße aufeinander losgegangen.

Die 18- bis 47-Jährigen seien teilweise mit Baseballschlägern, Stöcken und Messern bewaffnet gewesen. Ein 19-jähriger Hennefer musste mit einer nicht lebensbedrohlichen Stichverletzung am Rücken in eine Bonner Klinik gefahren werden. Auch ein 47-Jähriger kam zur Behandlung in ein Krankenhaus, er wurde vermutlich durch einen Schlag ins Gesicht verletzt.

Im Vorfeld hatten ein oder mehrere Fahrzeuge einen silberfarbenen VW Golf im Kreisverkehr ausgebremst oder eingekeilt. Die Scheibe des Wagens war auf der Beifahrerseite eingeschlagen worden. Mehrere Streifenwagen, zwei Rettungswagen und ein Notarzt rückten zur Einsatzstelle aus. Bei der Personenbefragung stellten die Beamten fest, dass alle Beteiligten lediglich drei Familiennamen zuzuordnen waren. Weitere Befragungen gab es noch in der Nacht auf der Polizeiwache. Alle Männer konnten nach Feststellung der Personalien wieder gehen. In einem der Wagen fanden die Polizisten ein Messer und einen Baseballschläger. Den Wagen und die Gegenstände stellten sie als Beweismittel sicher. In einem weiteren Auto fanden sie einen Holzknüppel, der ebenfalls sichergestellt wurde.

Wie vor Ort zu erfahren war, hat es zwischen den Familien, sie stammen nach GA-Informationen aus der Türkei und Albanien, schon länger Streitigkeiten gegeben.

Die Mutter eines der Opfer erhob am Dienstag Vorwürfe gegen die Polizei. So habe ihr Sohn, der auf der Straße zufällig auf die verfeindeten Familiemitglieder getroffen war, bereits auf der Flucht gegen 22.35 Uhr die Polizei gerufen und den Vorfall geschildert. Die habe kein Einsatzfahrzeug abstellen können und ihm geraten, zur Leitstelle Siegburg zu fahren. Um 22.38 Uhr habe auch die Mutter die Polizei gebeten, einzugreifen. Auch sie wäre daraufhin zur Leitstelle beordert worden. Dort angekommen habe man ihr gesagt, die Beteiligten sollten das doch bitte auf einer Wiese klären, und sie abgewimmelt.

Polizeisprecher Stefan Birk bestätigte auf Nachfrage, dass ein Mann sich gemeldet habe. „Da er vom Auto aus angerufen hat, haben wir ihm gesagt, er soll bei uns vorbeikommen, was er auch gemacht hat“, so Birk. Nachdem er den Fall auf der Wache geschildert habe, sei ein Streifenwagen der Polizei mit ausgerückt, um den Streit zu schlichten. Als dies aus Sicht der Beamten geschehen war, rückten sie wieder ab. Wenige Zeit danach eskalierte die Fehde.

Über die genaueren Hintergründe im Familienstreit ist bislang nichts bekannt, die Beteiligten schweigen sich laut Polizei aus. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.