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Für ein klimafreundliches Hennef: Managerin Heike Behrendt kämpft für bessere CO2-Bilanz

Für ein klimafreundliches Hennef : Managerin Heike Behrendt kämpft für bessere CO2-Bilanz

Seit zwei Jahren ist Heike Behrendt Klimaschutzmanagerin der Stadt, und ihre Bilanz kann sich sehen lassen. Sie setzt Stück für Stück 41 Maßnahmen um, die Hennef sich in Sachen Klimaschutz vorgenommen hat. Photovoltaikanlagen und ein E-Auto-Fuhrpark gehören dazu.

Dass man den Klimaschutz in Zeiten der Corona-Krise nicht aus dem Blick verlieren sollte, hat Angela Merkel bereits klargemacht. Die Bundeskanzlerin will bis 2050 aus Europa den ersten klimaneutralen Kontinent machen. Ziel: die Emissionen auf 55 bis 50 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Damit dieses hohe Ziel erreicht wird, sind in den Kommunen engagierte Akteure gefordert, die entsprechende Maßnahmen vorantreiben.

Stelle gehört zum kommunalen Klimaschutzkonzept

Heike Behrendt ist seit zwei Jahren Klimaschutzmanagerin der Stadt Hennef. Ihre Stelle ist Teil eines integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes, das der Rat bereits im Juni 2016 beschloss. Seitdem hat sich Behrendt auf den Weg gemacht, den Klimaschutz in der Siegstadt zu verbessern.

Für sie ist eines klar: „Das System kann kippen. Der Klimaschutz kann zur Überlebensfrage werden.“ Dabei geht die Diplom-Agraringenieurin und Umweltschutzexpertin mit gutem Beispiel voran: Jeden Tag fährt sie von ihrem Lohmarer Wohnort per E-Bike zur Arbeit. „Das sind nur acht Kilometer“, sagt sie.

Mit der Berufung einer Klimaschutzmanagerin will die Stadt laut Bürgermeister Klaus Pipke die Weichen für eine nachhaltige kommunale Energie- und Klimapolitik stellen. Insgesamt 41 Maßnahmen sind in dem Konzept für einen verbesserten Klimaschutz aufgeführt.

Bessere Energiebilanz, weniger CO2

Davon wurden 27 aus den Bereichen „Eigene Liegenschaften“, „Verkehr“, „Schulen“ und „Unternehmen“ ausgewählt, die in den vergangenen beiden Jahren von Behrendt bereits angegangen wurden.

Die Liste der wesentlichen Bausteine ist lang: die Erstellung einer Energie- und Treibhausgas-Bilanz, die Ermittlung von Treibhausgas-Minderungspotenzialen, ein breit angelegter Mitwirkungsprozess, die Entwicklung eines Maßnahmenprogramms, die Erstellung eines Konzepts für die Fortschreibung und Erfolgsbilanzierung sowie ein Umsetzungskonzept samt Netzwerkbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

„Die Netzwerkbildung ist dabei ein wichtiger Aspekt“, betont Behrendt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, viele Menschen für das wichtige Thema zu gewinnen. Um die CO2-Bilanz der Stadt zu verbessern, gehören vor allem Koordination und Organisation zu ihren Aufgaben. „Ich bringe die Akteure zusammen“, sagt die Frau, die bereits Klimaschutzmanagerin in Gummersbach und Umweltbeauftragte in Langenfeld war. Ob klimafreundliche Mobilität oder die Sanierung von Beleuchtungs- und Heizungsanlagen – die Themen sind vielfältig.Da gelte es, für die verschiedenen Bereiche die Antennen auf Empfang zu stellen und die passenden Ämter im Rathaus, aber auch externe Fachleute und Vereine ins Boot zu holen, meint sie.

Stelle wird vom Bund über drei Jahre gefördert

Behrendt, deren Stelle zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über drei Jahre gefördert wird, kann mit der Stadt bereits erste Erfolge bei der Umsetzung des städtischen Klimaschutz-Maßnahmenkatalogs verzeichnen.

4500 Quadratmeter beträgt die gesamte Fläche der Photovoltaikanlagen, die auf städtischen Gebäuden wie Rathaus, Schulen und Kitas installiert sind. Damit lassen sich laut Stadtsprecher Dominique Müller-Grote 253,5 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr einsparen. Die Kita an der Gartenstraße heizt mit Geothermie und die Beleuchtung der sechs städtischen Kunstrasenplätze wurde in den vergangenen zwei Jahren auf LED-Technik umgestellt. Damit allein lassen sich laut Behrendt 70 Prozent des bisherigen Energieverbrauchs und in 20 Jahren insgesamt 768 Tonnen CO2 einsparen. Auch das technische Rathaus, das derzeit gebaut wird, soll klimafreundlich gestaltet werden.

Fahrzeugflotte besteht zu großen Teilen aus Elektroautos

Die Fahrzeugflotte der Verwaltung besteht zu großen Teilen aus Elektroautos, der Bürgermeister hat ein Fahrzeug mit Hybrid-Antrieb. Der Bauhof verfügt mittlerweile sogar über ein Lastenfahrrad, das für die Straßenkontrolle genutzt wird.

Für die Umsetzung der Fahrradkampagne „Stadtradeln“ hat Behrendt den Stadtsportbund und den ADFC gewonnen, zudem kooperiert sie mit der Energieberatung Rhein-Sieg und warb für die Hennefer Veranstaltung „Hennef macht mobil“ etliche Aussteller.

Auch beim Hochwasserschutz engagiert sich die Klimaschutzmanagerin. „Derzeit wird eine besonders gefährdete, städtische Fläche einer eingehenden Betrachtung unterzogen und ein Gutachten erstellt“, so Behrendt. Geplant sei zudem, eine Hochwasser-Risikokarte sowie eine Klimakarte für das gesamte Stadtgebiet zu erstellen, auf der die Hotspots, aber auch die Frischluftzonen eingezeichnet sind.

Zudem organisiert Behrendt Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Klimaschutzthemen, um die Bürger zu sensibilisieren. „Klimaschutz geht uns schließlich alle an“, sagt sie. Damit ihre wichtige Arbeit ab 2021 fortgesetzt werden kann, ist der nächste Förderantrag für ihre Stelle bereits gestellt.