Zehn Hektar Gewerbegebiet: Kontroverse um Anbindung des Areals im Kleinfeldchen

Zehn Hektar Gewerbegebiet : Kontroverse um Anbindung des Areals im Kleinfeldchen

Der von der Stadt Hennef geplante Anschluss für das neue Gewerbegebiet bereitet der Bürgerinitiative Sorgen. Sie will es über die Bundesstraße 8 bei Petershohn anschließen, was die Stadt nicht prüfen will.

Frank Hildebrandt und Dirk Zimmermann, Sprecher der Bürgerinitiative Kleinfeldchen, sehen die derzeitige Vorgehensweise der Stadt kritisch, wenn es um die Anbindung des geplanten Gewerbegebiets entlang der Bundesstraße 8 (B 8)geht. Während die Bürgerinitiative mit dem Ausbau des Knotenpunktes am Ende der Autobahn 560 (A 560) vollkommen einverstanden ist, kritisieren sie immer noch die Pläne, das Gewerbegebiet über den Wingenshof an den Verkehr anzubinden.

„Es ist nach wie vor ein kluger Schachzug der Verwaltung, denn im vorliegenden Bebauungsplan 1.39 zum Ausbau des Knotenpunktes ist es nicht vorgesehen, den Teilbereich des Wingenshofes zur Anbindung an das Gewerbegebiet gesondert zu betrachten, sondern den gesamten Ausbau zusammenzufassen“, sagte Hildebrandt. Der Alternativvorschlag der Bürgerinitiative, das Gewerbegebiet über die B 8 bei Petershohn anzubinden, werde weiterhin nicht geprüft. Die Stadt hat laut Hildebrandt und Zimmermann auch nicht hinreichend darüber informiert, dass die Bürger bei der Offenlage des B-Planes zum Ausbau des Knotenpunktes erneut ihre Einwendungen abgeben müssen. „Wir haben aber trotzdem unsere Einwendungen abgegeben“, sagte Hildebrandt, der vor allem möchte, dass alles, was mit dem Gewerbegebiet zusammenhängt, aus dem Bebauungsplan zum Ausbau des Knotenpunktes herausgestrichen werden soll.

Wie bereits mehrfach berichtet, plant die Stadt auf einer Fläche von knapp zehn Hektar Größe entlang der B 8 Richtung Uckerath ein Gewerbegebiet, das neben einem Busdepot und Dienstleistungsgewerbe auf 7500 Quadratmetern auch eine neue Rettungswache beheimaten soll. Eine provisorische Rettungswache existiert dort bereits. Das Gebiet soll im Zuge des Kreuzungsausbaus eine Zufahrt an der Straße Wingenshof erhalten.

Um die Verkehrssituation allgemein zu entschärfen und Zeit zu gewinnen, hatte die Stadt Hennef in enger Absprache mit dem Landesbetrieb Straßen NRW einen Bebauungsplanentwurf für den Knotenpunkt entwickelt, über den laut einem Verkehrsgutachten täglich 42 000 Fahrzeuge rollen. Nach dem letzten Stand der Planungen soll die Kreuzung auf allen Seiten verbreitert werden. Die A 560 hätte demnach – inklusive Abbieger – insgesamt acht Spuren, die B 8 käme auf sechs. Europaallee und Wingenshof sollen an ihren breitesten Stellen jeweils fünf Spuren aufweisen, damit der Verkehr an diesem Knotenpunkt besser fließen kann. Die Pläne für diese Maßnahme, die in der zweiten Jahreshälfte starten soll, wurden vom 7. Dezember 2018 bis zum 17. Januar 2019 offengelegt. Solange die weitere Planung für den Ausbau des Knotenpunktes läuft, ruht das Planverfahren 1.41 für das Gewerbegebiet Kleinfeldchen.

Gegen den Ausbau des Knotenpunktes ist laut Zimmermann nichts zu sagen. Aber die Anbindung über den Wingenshof ist der Bürgerinitiative weiterhin ein Dorn im Auge. „Laut einem Gutachten besteht derzeit hier eine mangelhafte Verkehrssituation. Mit dem Ausbau könnte die Situation zwar verbessert und ein „ausreichend“ erreicht werden. Wird das Gewerbegebiet aber über den Wingenshof angebunden, rollen hier 3700 zusätzliche Fahrzeuge, und schon ist die Verkehrsqualität wieder mangelhaft“, sagte Zimmermann. Er mahnt an, die Überörtlichkeit im Blick zu behalten und die geplante Ortsumgehung Uckerath in die Pläne mit einzubeziehen. „Zwischen dem geplanten dreispurigen Ausbau der Ortsumgehung Uckerath und dem Beginn der vierspurigen A 560 verbleibt auf einer Länge von 2,5 Kilometern ein Nadelöhr, das zwangsläufig ebenfalls ausgebaut werden muss“, sagte Zimmermann. Daher habe die Bürgerinitiative, namentlich Hildebrandt und Zimmermann, erneut der Stadt den Vorschlag unterbreitet, eine Anbindung des Gewerbegebiets über die B 8 in Höhe von Petershohn zu überprüfen. „Diesen Vorschlag haben wir auch mit einer Skizze versehen an den Landesbetrieb Straßen NRW geschickt“, sagte Hildebrandt.

„Wir haben nichts von einem in den anderen Bebauungsplan gehoben. Der Geltungsbereich des B-Plans 1.39 verläuft genau an der Grenze der Zufahrt. Beim ruhenden B-Plan 1.41 war noch die Straße Wingenshof als Zubringer zur Autobahn enthalten, die nun natürlich im B-Plan 1.39 für das Autobahnkreuz betrachtet werden muss“, sagte Stadtsprecher Dominique Müller-Grote. Die Zufahrt sei außerdem lange bekannt und bereits vor mehr als 20 Jahren in dem alten Bebauungsplan „Futterstück“ enthalten gewesen. Da es sich um zwei getrennt zu betrachtende Bebauungspläne mit verschiedenen Geltungsbereichen handele, habe die Stadt auch nicht noch einmal gesondert darauf hingewiesen, bisherige Einwendungen zum Gewerbegebiet erneut vorzubringen. „Das Planungsamt steht allerdings laufend in regem Kontakt zu den beim Thema Kleinfeldchen engagierten Bürgern, und die Türen des städtischen Planungsamtes sind immer offen für Nachfragen und Austausch“, sagte Müller-Grote.

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