Jubiläum in Stadt Blankenberg: Junggesellenverein "Alte Burg" wird 100 Jahre alt

Jubiläum in Stadt Blankenberg : Junggesellenverein "Alte Burg" wird 100 Jahre alt

Großes Fest am 1. Mai: Janosch Grothe und Sophie Brodesser werden in Hennef als Maikönigspaar gekrönt. Eine große Burgparty gibt es nicht mehr.

Eine Burgparty wird es auch zum 100-jährigen Bestehen des Junggesellenvereins „Alte Burg“ nicht geben, aber gefeiert wird der runde Geburtstag dennoch standesgemäß am Mittwoch, 1. Mai, in Stadt Blankenberg. Gestartet wird um 11 Uhr mit einem Frühschoppen, danach steht nach einem Festumzug um 15 Uhr die Krönung des Maikönigspaares Janosch Grothe und Sophie Brodesser auf dem Programm. Begleitet wird das Paar von den Ehrendamen Alina Emmerich und Anna Grothe, der Schwester des neuen Maikönigs.

Viel Spaß werden die Besucher des Festes ab 16 Uhr bei einem Schürreskarrenrennen und einem Wettbewerb im Bierfassrollen haben. „Wir wollten natürlich das 100-jährige Bestehen des Vereins gebührend feiern“, sagte der Vorsitzende Marvin Cutler. Sämtliche Programmpunkte finden auf dem Marktplatz in Stadt Blankenberg statt.

Viele der 18 aktiven Mitglieder vermissen trotz der Vorfreude auf das Maifest die legendäre Burgparty, die 2012 zum letzten Mal stattfand, nachdem seit 2004 die Besucherzahlen ständig angestiegen waren. Zeitweise sollen rund 10 000 Besucher in der mittelalterlichen Stadt gefeiert haben. Lärmbeschwerden, aber auch hohe Sicherheitsauflagen hatten damals dazu geführt, dass der Verein die Notbremse zog und die Burgparty einstellte.

„Das war für uns als Verein einfach nicht mehr zu leisten“, sagt Marvin Cutler, der seit vier Jahren dem Junggesellenverein „Alte Burg“ angehört und im Dezember 2018 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Eine Party solchen Ausmaßes sei laut Cutler auch für den runden Geburtstag nicht geplant gewesen. Gefeiert wird dennoch, wenn auch ein paar Nummern kleiner. Schließlich sind die Junggesellen auch ein Garant für die Brauchtumspflege in der mittelalterlichen Stadt.

Vor 100 Jahren wurden nicht nur etliche Gesangs-, sondern auch zahlreiche Junggesellenvereine gegründet. Einer von ihnen war der JGV „Alte Burg“. 30 Junggesellen aus Stadt Blankenberg sowie aus den umliegenden Ortsteilen Attenberg, Berg, Bülgenauel, Greuelsiefen sowie Stein und Striefen trafen sich 1919 im Gasthof Drecker in Stadt Blankenberg zur Gründungsversammlung. Der Verein erfreute sich von Anfang an großer Beliebtheit, kamen doch bereits zum ersten Stiftungsfest 25 Vereine zu Besuch.

Die erste Mailehen-Versteigerung der Junggesellen nach amerikanischem Prinzip gab es 1933. Während des Zweiten Weltkriegs ruhten die Aktivitäten. Dass Stiftungsfest 1946 spülte ein wenig Geld in die Kasse des Vereins, sodass die Junggesellen sich eine Repräsentier- und eine Schwenkfahne sowie eine Tischstandarte und eine Uniform leisten konnten. Mit der Schwenkfahne erzielten die Fähnriche über Jahre hinweg große Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften sowie den Westerwaldmeisterschaften.

Auf eine wechselvolle Geschichte blickt der Junggesellenverein nun zurück, doch in den 100 Jahren lief nicht alles reibungslos. 1977 kam es zu einem Unfall beim Baumstellen, bei dem zwei Autos durch den herabstürzenden Maibaum beschädigt wurden.

„1997, in dem Jahr, in dem ich Maikönig war, kam es zu einem Fauxpas beim sogenannten Peijas, der am Maibaum hängt und den Sündenbock des Ortes darstellt“, erinnert sich das ehemalige Mitglied Rene Kleinen. „In Stadt Blankenberg wird dieser Peijas immer dem amtierenden Maikönig vom Aussehen her nach empfunden." Um Kleines Spitznamen Rechnung zu tragen, wurde dem Peijas ein männliches Geschlechtsteil an die Außenseite der Hose genäht. Dies führte zur Verärgerung einiger Bürger und der Kirche. Daher musste laut Kleinen die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Hennef anrücken, um das „Ärgernis“ zu entfernen.

Solch ein Fauxpas ist jedenfalls bei der Feier am Mittwoch, 1. Mai, nicht zu erwarten. Derzeit sind sämtliche Vereinsmitglieder mit den Vorbereitungen zum großen Jubeltag beschäftigt. „Wir freuen uns sehr auf das Fest und werden auch diese Aufgabe mit Bravour meistern“, sagt der Vorsitzende Cutler.