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Auftritt im Kur-Theater Hennef: Ingolf Lück erzählt Alltagsgeschichten mit Selbstironie

Auftritt im Kur-Theater Hennef : Ingolf Lück erzählt Alltagsgeschichten mit Selbstironie

Ingolf Lück gastierte mit seinem aktuellen Programm "Sehr erfreut" in Hennef. Am Kur-Theater schätzt der Comedian als willkommene Abwechslung zu kalten Stadthallen.

Ein Schweißtropfen, der von der Nase des Dönermanns um die Ecke in sein Fladenbrot fällt – für Ingolf Lück eine mehr als eklige Angelegenheit. „Ich habe den Döner zwar gekauft, aber später weggeworfen.“ Bei einer anderen Zutat kam er dann aber doch ins Grübeln. „Ich habe auch mal ein 50-Cent-Stück in meinem Döner gefunden. Da wusste ich nicht, ob ich das unfassbar ekelig finden soll oder mich doch lieber freue, dass ich einen Döner, der sonst 3,50 Euro kostet, für nur drei Euro habe“, scherzte Lück. Der 61-jährige Bielefelder gastierte am Freitagabend bereits zum dritten Mal im Hennefer Kur-Theater und bescherte seinem Publikum mit seinem aktuellen Programm „Sehr erfreut“ ein wahres Gag-Feuerwerk.

„Das Kur-Theater ist eine willkommene Abwechslung zu den kalten Stadthallen, in denen ich sonst auftrete. Ich fühle mich hier sehr wohl. Auf der Bühne spürt man förmlich die Anwesenheit der Kunst. Zudem ist es ein Geschenk, dass ich abends zu meiner Familie nach Hause fahren kann“, sagte der in Köln lebende Comedian vor seinem Auftritt. Der 61-jährige Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur, Moderator und Comedian schaut bereits auf eine lange Fernseh- und Bühnen-Karriere zurück. Erste Erfolge feierte er in den 1980er Jahren als TV-Moderator der Musikvideosendung „Formel Eins“. Der endgültige Durchbruch gelang ihm später mit der „Wochenshow“. Lück lieferte aber auch zahlreiche Auftritte als Schauspieler ab und gewann 2018 zudem die elfte Staffel der Fernsehshow „Let's Dance“.

Jugenderinnerungen und Alltagsgeschichten

„Ich habe 'Let's Dance' überlebt und kann tatsächlich noch laufen“, scherzte Lück vor seinem Hennefer Publikum mit Blick auf sein Alter. Ein Schuss Selbstironie, die Probleme mit dem Älterwerden, Jugenderinnerungen, Alltagsgeschichten, aber auch politische Statements – all das fand Platz in Lücks Programm. „Ich bekomme schon einen Sonnenbrand, wenn ich nur kurz vor die Tür gehe. Andere werden erst rot, dann braun. Irgendwie erinnert mich das an Horst Mahler“, sagte Lück mit Blick auf den ehemaligen RAF-Anwalt und späteren Neonazi.

Urkomische Anekdoten wie die Geschichte eines Ausflugs nach Amsterdam, wo er gemeinsam mit seiner Frau einen Coffee-Shop besuchte, um das erste Mal in seinem Leben mit 50 Jahren zu kiffen, wechselten mit Alltagsgeschichten ab. Freunden beim Umzug zu helfen, das kann durchaus zu peinlichen Situationen führen. Jeder kenne den einen Karton mit privaten Utensilien, den man besser nicht öffnen sollte, so Lück. Doch genau dieser, auf dem „Küche“ vermerkt war, geriet ihm bei einem Umzug von Bekannten in die Hände. Auf dem Weg zur neuen Wohnung riss dieser Pappkarton auf und kuriose Stöpsel und Peitschen purzelten heraus. „Echt jetzt?“, fragte Lück seine Bekannten. „Peitscht ihr die Salatschüssel nach dem Spülen trocken?“

Ingolf Lück unterhielt das Hennefer Publikum vortrefflich und zeigte, dass er auch fernab von Fernsehkameras als Comedian viel zu bieten hat.