Kommentar : Ideen müssen her

Den Versuch ist es wert. Dass sich die sieben Kommunen aus dem östlichen Rhein-Sieg-Kreis für das "Leader"-Programm bewerben, ist zu begrüßen.

Gerade der östliche Rhein-Sieg-Kreis mit Eitorf und Windeck ist abgekoppelt von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Region, die sich vorwiegend in den Speckgürteln von Bonn und Köln abspielt. Dass auch Hennef mitmacht, ist kein Widerspruch: Zwar boomt die Stadt als Wohn- und Wirtschaftsstandort, doch besteht sie zu einem großen Teil aus dünn besiedelten Gegenden.

Natürlich erscheint dieses "Leader"-Programm noch etwas abstrakt. Was die sieben Kommunen - wenn sie denn teilnehmen dürfen - mit dem Geld machen werden, bleibt momentan im Unklaren. Es dürfen aber auf keinen Fall Verlegenheitsprojekte in die Landschaft gesetzt werden, die nur realisiert werden, weil es eine Förderung gibt. Es müssen vielmehr Ideen und Vorhaben her, die auch über kommunale Grenzen hinweg Beispielcharakter haben.

Der Siegsteig, der inzwischen ein Aushängeschild für Naherholung und Tourismus in der Region ist, taugt da als Vorbild. Die Landschaft ist überhaupt ein Pfund, mit dem die Kommunen auch bei "Leader" wuchern könnten. Auch sollten konkrete Probleme vor Ort angegangen werden - Stichwort Jugendhilfe in Eitorf und Windeck. Jeder Euro, der in Angebote für sozial belastete Familien fließt, wäre dort gut investiert.

Klar ist aber auch, dass die Kommunen "Leader" nicht alleine stemmen können: Da wird es auch Sponsoren brauchen, vor allem aber Bürger, die das Programm mit Leben füllen.

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