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Vintage-Mode aus fünf Jahrzehnten: Henneferinnen verkaufen Vintage- und Retro-Mode

Vintage-Mode aus fünf Jahrzehnten : Henneferinnen verkaufen Vintage- und Retro-Mode

Gesa Wesemeyer und Martina Herbst sammeln und verkaufen in ihrem Geschäft in Hennef Vintage- und Retro-Mode. Zu entdecken gibt es Ausgefallenes und Mode, die bis in die 1920er Jahre zurückreicht. Ein Besuch in der Boutique.

Wer das Haus von Gesa Wesemeyer betritt, würde nicht vermuten, was ihn auf der ersten Etage erwartet. Die Henneferin hat sich auf rund 46 Quadratmetern einen begehbaren Kleiderschrank geschaffen, den mancher als kleines Paradies bezeichnen würde. Neben zahlreichen Schuhen ist er voll mit Original­mode aus fünf Jahrzehnten. Ob Brokatmäntel aus den Swinging Sixties, einer kecken Kappe aus den wilden 20ern oder prachtvollen Abendkleidern aus den 40er Jahren - Wesemeyer hat in den vergangenen 20 Jahren bei ihren Reisen durch die Welt die Augen offen gehalten und ihrer umfangreichen Vintage-Mode- und Schmuck-Sammlung immer wieder das eine oder andere exquisite Stück hinzugefügt.

Mittlerweile besitzt die Geschäftsführerin einer Immobilienfirma Hunderte von Original Kleidungs-und Schmuckstücken und hat im vergangenen August gemeinsam mit Martina Herbst in Hennef die Vintage-und Retro-Boutique „Vintage View & My second Love“ eröffnet.

Altmodische Abendkleidung, aber modernes Schuhwerk

„Besonders die Abendkleidung für Damen ist meine Leidenschaft“, sagt Wesemeyer, die ein schönes Abendkleid aus den 40er Jahren trägt. Bei den Schuhen bevorzugt sie allerdings aktuelle Modelle. „Ich trage gerne Pumps.“ Für Mode habe sie sich seit frühester Kindheit interessiert, die Sammelleidenschaft habe sie dann vor 20 Jahren gepackt.

Auf ihren Reisen findet sie immer wieder Vintage-Geschäfte, wo es interessante Kleidungsstücke oder Schmuck käuflich zu erwerben gibt. „In New York habe ich tatsächlich ein paar Ohrclips von Coco Chanel zu einem tollen Preis gefunden“, sagt Wesemeyer. Mit Martina Herbst betreibt sie nun selbst solch ein Geschäft. „Das Ladenlokal an der Frankfurter Straße ist so groß wie mein begehbarer Kleiderschrank“, so Wesemeyer.

Ihre Partnerin, mit der sie sich perfekt ergänzt, betrieb bisher einen Online-Handel für Retro-Mode mit Schwerpunkt Rockabilly. „Ich war immer ein Fan dieser Mode. Mein Mann und ich haben die Sachen auf unserer Website angeboten und haben bei verschiedenen Messen und Oldtimertreffen unsere Stände aufgebaut“, erklärt Herbst, die selbstverständlich auch selbst Sammlerin ist.

„Junge Menschen entdecken diese alte Mode immer mehr für sich“

„Ich habe schon einige Kleiderschränke voller Retro-Kleidung und Schuhe“, sagt sie schmunzelnd. Auf einer Messe in Bad Godesberg lernte sie Wesemeyer kennen, und schnell stellte sich heraus, dass die beiden die gleiche Leidenschaft haben. Der Kontakt blieb erhalten, und irgendwann reifte die Idee, gemeinsam ein Geschäft zu eröffnen. „Dieses ständige Auf- und Abbauen, das Zigeunerleben und das Arbeiten an Wochenenden - irgendwann war das zu viel“, sagt Herbst.

Wesemeyer entdeckte auf der Frankfurter Straße ein leer stehendes Ladenlokal, in dem vorher eine Tintentankstelle residierte. „Das erschien mir genau das Richtige für uns zu sein.“ Die beiden Frauen griffen zu, renovierten gemeinsam mit ihren Ehemännern den 46 Quadratmeter großen Raum und schufen mit zahlreichen Einrichtungsgegenständen wie Kronleuchtern, einer stilvollen Couch, alten Spiegeln und Porträts von Marilyn Monroe und Audrey Hepburn ein Ambiente, das die Kunden in die 50er Jahre entführt.

Die Kleiderständer sind prall gefüllt mit Kleidern, Blusen und Oberteilen jeder Stilrichtung und Preisklasse. Retro-Mode mit Leoparden-Optik, klassische Vintage­kleider, Röcke, coole Snoopy- und Rockabilly-Shirts, Schmuck, Handtaschen, Accessoires jeder Art - die Auswahl ist unglaublich. Es sind die ausgefallenen Dinge, die sich in diesem Geschäft finden lassen. „Zu uns kommen Menschen im Alter zwischen 18 und 80. Besonders junge Menschen entdecken diese alte Mode immer mehr für sich und empfinden sie als nachhaltig“, sagt Wesemeyer.

Weitere Infos gibt es auf der Homepage sowie unter ☏ 022 42/ 909 51 65.