Freiwilliges Soziales Jahr: Henneferin Klara Paszkiet verbringt FSJ in Osttimor

Freiwilliges Soziales Jahr : Henneferin Klara Paszkiet verbringt FSJ in Osttimor

Viele Abiturienten zieht es nach der Schulzeit ins Ausland. So auch die 18-jährige Klara Paszkiet aus Hennef. Sie ist in Osttimor. Was sie gerade dorthin verschlagen hat und was sie dort erlebt.

Abitur und dann? Eine Frage, die viele Schulabgänger mit: „Erstmal ab ins Ausland“, beantworten. Die USA, Australien oder auch südamerikanische Länder – allesamt beliebt, wenn es darum geht, nach der Schule Erfahrungen fernab von Deutschland zu sammeln, ehe man sich in Ausbildung oder Studium stürzt.

Auch Klara Paszkiet hat es ins Ausland verschlagen. Die 18-jährige Henneferin leistet seit September letzten Jahres ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Osttimor, einem kleinen Inselstaat in Südostasien mit rund einer Millionen Einwohner.

„Ich habe beschlossen, meine Erfahrungen in einem ganz anderen Land, von Europa aus gesehen, am anderen Ende der Welt zu machen“, sagt Paszkiet. Besonders gereizt habe sie auch, „dass keiner dort Deutsch und kaum einer Englisch spricht.“ Die Landessprache ist „Tetum“, jedes Dorf spreche aber seinen eigenen Dialekt.

Betreuung von 130 Kindern

In Osttimor lebt die 18-Jährige, die der Pfarrgemeinde Hennef Liebfrauen angehört und im vergangenen Jahr ihr Abitur am Antoniuskolleg in Neunkirchen-Seelscheid bestand, nun bei den Salesianer Schwestern – einem katholischen Orden. Sie hilft bei der Betreuung der 130 Kinder im Waisenhaus, unterrichtet an einer Schule Englisch- und Musikunterricht und leitet Flötengruppen.

„Ich nehme verschiedene Rollen ein – bin die große Schwester, die Lehrerin oder auch Freundin“, sagt die Henneferin. Zwei Mal in der Woche hilft sie nachmittags auch in der Dorfklinik in Venilale aus. „Dadurch lerne ich noch mal gezielter die Lebenssituationen und Probleme der einheimischen Bevölkerung kennen.“

Obwohl sie mehr als 17.000 Kilometer von der Heimat entfernt ist, hat Paszkiet kaum Heimweh – „dafür ist man hier viel zu beschäftigt“, sagt sie. Natürlich vermisse sie aber manchmal ihre Familie, Freunde und die alten Hobbys. „Und Schokolade“, sagt die 18-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Nach Hennef kehrt sie erst im August zurück. Bis dahin steht noch einiges auf ihrem Plan: Zuletzt seien durch Stürme Strommasten beschädigt worden - seitdem falle regelmäßig der Strom aus. „Die Kinder im Waisenhaus haben Angst, in Dunkelheit zu schlafen“, sagt Paszkiet. Da es keine staatlichen Gelder für Reparaturen gibt, sei man auf Spenden angewiesen, für die die 18-Jährige wirbt. Auch an Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung mangele es in Osttimor.

Wenngleich Probleme wie diese in dem Inselstaat, der als einer der ärmsten Staaten weltweit gilt, an der Tagesordnung stehen, so bereut Klara Paszkiet ihr FSJ keinesfalls. „Mir gefällt es in Osttimor sehr gut. Ich glaube, den Kulturschock bekomme ich erst, wenn ich wieder in Europa bin. Dort ist vieles so selbstverständlich, dass man es nicht zu schätzen weiß.“

Online-Blog

Klara Paszkiets Erfahrungen und Erlebnisse aus Osttimor können in ihrem Blog im Internet unter www.blogs.strassenkinder.de/klarainosttimor/ nachgelesen werden. Wer Spenden möchte, bekommt dort zudem Möglichkeiten aufgezeigt.

Mehr von GA BONN