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Datenschutzpanne bei Agentur für Arbeit: Sensible Daten geraten in falsche Hände

Panne bei Arbeitsamt : Sensible Daten von Hennefer landen bei Frau in Wachtberg

Eine Frau aus Wachtberg hatte in ihrer Post von der Agentur für Arbeit eine vierseitige Arbeitsbescheinigung eines Hennefers. Die Behörde hat ein förmliches Verfahren in Gang gesetzt und bedauert das Versehen.

Wer mit Behörden wie etwa der Agentur für Arbeit zu tun hat, vertraut darauf, dass seine persönlichen Daten nicht in falsche Hände geraten. Einem Hennefer ist nun allerdings genau das passiert: Eine Frau aus Wachtberg hatte neben ihren persönlichen Unterlagen auch die des ihr unbekannten Manns aus Hennef in ihrem Briefkasten.

„Als ich das gelesen habe, war ich irritiert“, sagt die GA-Leserin. Mitte Januar habe sie einen achtseitigen Brief erhalten, nachdem sie Leistungen bei der Agentur beantragt hatte. „Vier Seiten davon waren mich betreffend“, sagt sie. Zusätzlich erhielt sie aber eine vierseitige Arbeitsbescheinigung, die der frühere Arbeitgeber dem Hennefer ausgestellt hatte. „Aus dieser gehen dessen sämtliche personenbezogenen Daten hervor“, sagte sie. Neben dem Namen und der Adresse verrät das Dokument, das dem GA vorliegt, auch, wie viel Geld der Mann verdient und wie viele Stunden er gearbeitet hat. Zudem steht darin, wie ihm gekündigt und ob eine Kündigungsschutzklage erhoben wurde.

„Ich hab mich geärgert und mich gefragt, was denn hier abläuft“, sagt die Wachtbergerin. „Ich vertraue darauf, dass meine Daten unter Verschluss sind.“ Sie hat die ihr fälschlicherweise zugeschickten Dokumente eingescannt und am Werktag darauf der Arbeitsagentur Köln, die ihrer Aussage zufolge für ihr Anliegen zuständig ist, zugeschickt.

Behörde hat ein förmliches Verfahren in Gang gesetzt

Der Behörde ist der Fall bekannt. „Wir haben ein förmliches Verfahren in Gang gesetzt“, erklärte Bianca Winter, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Köln. Das heißt: Der Datenschutzbeauftragte der jeweiligen Arbeitsagentur bereitet einen Meldebogen vor und schickt diesen zum Sitz der Bundesbehörde an die Zentrale in Nürnberg. „Dort wird dann überprüft, welche Daten weitergegeben wurden“, sagte Winter. Die Agentur informiert in einem nächsten Schritt die betroffenen Personen. „Wir werden uns dafür entschuldigen.“

Den genauen Grund für die Ursache in dem Fall mit dem Hennefer und der Wachtbergerin könne sie nicht nennen. Generell könnte so etwas etwa passieren, wenn möglicherweise zeitgleich Ausdrucke gemacht worden und diese dann verwechselt oder falsch zugeordnet worden seien. „Wenn so etwas passiert, ist das ein individueller Fehler. Es ist ein Versehen“, sagte Winter und fügte an: „Es passieren Einzelfehler, und für jeden Einzelfall ist das bedauerlich.“

Bis zu 50 falsche Zusendungen im Jahr

Bis zu 50 Mal im Jahr passierten solche falschen Zusendungen im Agenturbezirk Köln, Bonn und Bergisch-Gladbach, erklärte sie. Zur Einschätzung dieser Zahl nannte sie den Umfang, mit dem die Behörde zu tun hat. Allein im vergangenen Jahr habe es in dem Bezirk rund 90.000 bewilligte Anträge zum Arbeitslosengeld gegeben, das sei ein Volumen von mehr als 300.000 Schriftstücken, die von rund 300 Mitarbeitern bearbeitet werden. Intern werde ein solches Versehen ebenfalls aufgearbeitet: „Es wird mit den Mitarbeitern gesprochen und noch einmal für das Thema sensibilisiert“, erklärte die Sprecherin.

Falls jemand ein falsches Schreiben zugeschickt bekommt, sollten sich Betroffene direkt an die Arbeitsagentur wenden. „Uns zu informieren ist das Wichtigste“, sagte Winter. Denn nur dann könnten entsprechende Schritte eingeleitet und weiterhin für das Thema sensibilisiert werden.