Christuskirche Hennef: Händels "Messias" unter Leitung von Sanghwa Lee

Bedeutende Chorsätze und schöne Arien : Händels "Messias" in der Hennefer Christuskirche

Teile von Händels "Messias" werden diesen Sonntag unter der Leitung von Kantorin Sanghwa Lee in der Hennefer Christuskirche aufgeführt.

Es ist ein weltbekanntes und zudem schwieriges Werk. Doch aus der Kirchenmusikliteratur ist "Der Messias" von Georg Friedrich Händel (1685-1759) nicht wegzudenken. Händel komponierte das Oratorium, das zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik des christlichen Abendlandes gehört, in nur 24 Tagen im August und September 1741. Die Uraufführung fand 1742 unter der Leitung des Komponisten in Dublin statt.

Teile aus dem Messias werden nun bei einem Chorprojekt unter der Leitung von Kantorin Sanghwa Lee am kommenden Sonntag in der evangelischen Christuskirche an der Beethovenstraße in Hennef während eines Gottesdienstes aufgeführt. Der 40-köpfige Projektchor wird dabei von einem erfahrenen Orchester begleitet, für dessen Leitung die Konzertmeisterin Gudrun Höbold, Dozentin an der Musikhochschule Köln, verantwortlich zeichnet. Zudem konnten mit In-Sik Choi (Bass) sowie mit dem Oratorio-Tenor Henning Jendritza und der Mezzosopranistin Jina Oh renommierte Solisten gewonnen werden.

Schon vor zwei Jahren hatte die 47-jährige Lee, seit 2017 Kantorin der evangelischen Christuskirchengemeinde, mit der Aufführung der Bach-Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" einen besonderen Einstand gefeiert und gezeigt, dass ihr neben barocken Werken besonders die Kirchenmusik am Herzen liegt. "Die Resonanz auf dieses Konzert war sehr groß, und es gab viele, die danach den Wunsch äußerten, dass weitere, traditionelle Werke der Kirchenmusik in unserer Kirche aufgeführt werden", sagt Pfarrer Stefan Heinemann. "Darum hat der Gemeindevorstand auch die Aufführung des Messias bewilligt." Im Februar trafen sich die 40 Mitglieder des Projektchors, zu dem auch zehn Mitglieder des Kirchenchors der Gemeinde gehören, zu den ersten Proben. Dort stiegen die Sänger laut Lee auf äußerst hohem Niveau ein. "'Halleluja', der bekannteste Satz aus dem Messias, erklang schon beim Einsingen richtig gut, sogar das Tempo stimmte", lobt die Kantorin.

Insgesamt neun Proben, davon drei im September, absolvierte Lee mit dem Chor. Hinzu kommt eine Generalprobe kurz vor dem Konzert, bei der die einstudierten Werke mit dem Orchester noch einmal erarbeitet werden. Acht bedeutende Chorwerke sowie mehrere Arien werden bei dem Gottesdienst auf dem Programm stehen. "Die Gemeinde bekommt dabei die komplette Geschichte des Heilands, von der Geburt über die Passion und Auferstehung bis hin zur Wiederkunft geboten", sagt Heinemann. "Wir werden es schaffen, die Hälfte des Messias in nur zehn Proben zu erarbeiten", so Lee.

Im südkoreanischen Seoul geboren, studierte Lee in den 90er Jahren in Düsseldorf Kirchenmusik, arbeitete als Kantorin in Duisburg, kehrte 2008 für einige Jahre in ihre Heimat zurück, bevor sie 2014 endgültig nach Deutschland kam. 2017 trat sie die Stelle als Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde Hennef an.

Für das Konzert, das am Sonntag, 13. Oktober, ab 10 Uhr während des Gottesdienstes stattfindet, muss in der Christuskirche sogar eine Bühne installiert werden. Zudem wurde eine transportable Orgel ausgeliehen. "Wir konnten Sponsoren wie die Hennef-Stiftung gewinnen, denn der Eintritt ist frei", sagt Heinemann. In Südkorea, wo das Christentum in den vergangenen 70 Jahren stetig gewachsen ist, werden solche Gottesdienste vor bis zu 5000 Menschen gefeiert. "Dort werden jeden Sonntag Oratorien aufgeführt", sagte Lee.

So viele Menschen werden natürlich nicht zu dem Hennefer Konzert kommen, aber nach der Erfahrung mit der Aufführung der Bach-Kantate vor zwei Jahren dürfte es recht voll werden. "Viele mussten damals stehen", erinnert sich Lee.

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