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Bahnverkehr im Siegtal: CDU schlägt Messstelle für Bahnlärm vor

Bahnverkehr im Siegtal : CDU schlägt Messstelle für Bahnlärm vor

Ähnlich wie beim Flugverkehr sollen auch bei Zügen Emissionen aufgezeichnet werden. Hintergrund ist die Diskussion um eine mögliche Zunahme des Güterverkehrs im Siegtal.

Das Thema Bahnlärm beschäftigt weiter die Hennefer. Die CDU hat jetzt die Einrichtung einer Lärm-Messstelle an der Siegtalstrecke angeregt – vergleichbar mit den Messstellen, die den Fluglärm des Flughafens Köln/Bonn registrieren. Hintergrund ist der geplante zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Troisdorf-Siegen, der im kürzlich beschlossenen Bundesverkehrswegeplan oberste Priorität genießt. Damit kann mehr Güterverkehr als heute über die Bahnstrecke rollen.

„Aufgrund eines erhöhten Aufkommens des Güterverkehrs, der geplant ist, um das Rheintal zu entlasten, wird sich auch der Bahnlärm entlang der Siegtalstrecke erhöhen“, so Ralf Offergeld, Fraktionsvorsitzender der CDU im Hennefer Rat. Da Güterverkehr Vorrang habe, werde es laut Offergeld zu Verspätungen bei Personenzügen kommen, und die Autofahrer würden noch mehr als bisher vor geschlossenen Bahnschranken stehen.

Um das Thema Bahnlärm in Hennef etwas „zu versachlichen“, wendeten sich Martin Schenkelberg, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und die CDU-Kreistagsabgeordnete Renate Becker-Steinhauer mit einem Anliegen an die Stadt. Die Verwaltung soll die Einrichtung einer Lärmmessstelle für Bahnlärm an der Siegtalstrecke prüfen und bei Bedarf auf das Wissen hiesiger Vereine wie dem Hennefer Ortsverband der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn zurückgreifen, der in Hennef mehrere Lärmmessstellen für Fluglärm betreibt.

Komplexes Vorhaben

„Die Stadt sollte angesichts der Wichtigkeit des Themas auf dem Feld der Lärmmessung nicht untätig bleiben und auch für den Bahnlärm eine Messstelle einrichten und gegebenenfalls eine Kooperation mit der Lärmschutzgemeinschaft betreiben“, erklärte Becker-Steinhauer. „In der Diskussion um den Ausbau der Siegtalstrecke für den Güterverkehr wird immer wieder deutlich, dass die Bedeutung des von Güterzügen ausgehenden Lärms in der öffentlichen Diskussion in seiner Größenordnung nicht richtig eingeschätzt wird“, sagte Martin Schenkelberg.

„Ein Vorhaben, den Lärm entlang der Siegtalstrecke zu messen, die Ergebnisse auszuwerten und Konsequenzen zu ermitteln, ist sehr komplex, insbesondere vor dem Hintergrund der Zuständigkeiten, der technischen Realisierungsmöglichkeiten und der erforderlichen Ressourcen“, sagte Dominique Müller-Grote, Sprecher der Stadt Hennef auf Anfrage. „Seitens der Stadtverwaltung werden wir bis zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 13. Februar Vorüberlegungen anstellen und einen Vorschlag machen. Es bleibt abzuwarten, ob der Ausschuss dann einen weitergehenden Prüfauftrag erteilt“.

Helmut Schumacher, Vorsitzender des Hennefer Ortsverbandes der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn, hält die Idee einer Bahnlärmmessstelle grundsätzlich für gut. „Mit einer Messstelle könnten sich objektive Ergebnisse über den Bahnlärm auswerten lassen, und auch ein Dauerschallpegel ließe sich ermitteln“, sagte Schumacher auf GA-Anfrage. Er versprach, bei der Einrichtung einer solchen Messstelle der Stadt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Ort und Art der Messstelle unklar

Geklärt werden müsse allerdings zunächst, ob die Stadt eine solche Messstelle finanziert. „Die Anschaffung einer einfachen Messstelle kostet, ohne Installation, etwa 5000 Euro. Es gibt aber Messstellen, die aufgrund ihrer Konstruktion auch die Zuglängen misst und somit Personen- und Güterverkehr voneinander unterscheiden können. Die dürften allerdings 12.000 bis 14.000 Euro kosten“, sagte Schumacher. Auch müsse geklärt werden, wo eine solche Messstelle eingerichtet wird.

„Die Bahn wird das auf ihrem Gelände mit Sicherheit nicht zulassen. Die Messstelle muss aber schon nah an der Bahn installiert sein, damit Störgeräusche die Ergebnisse nicht verfälschen“, sagte Schumacher. Wichtig sei auch, dass die Messstelle an einen Server angeschlossen werde. „Der Arbeitsaufwand, ohne Serveranschluss die Ergebnisse auszuwerten, ist für mich zu hoch“.