Carl-Reuther-Berufskolleg in Hennef: Umbau soll im Sommer enden

Rundgang über Hennefer Baustelle : Umbau des Carl-Reuther-Berufskollegs endet im Sommer

Mit Kosten von 69 Millionen Euro ist der Umbau des Carl-Reuther-Berufskollegs in Hennef eines der teuersten Projekte im Rhein-Sieg-Kreis. Im Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Ein Rundgang über die Baustelle.

Das zweite Obergeschoss ist drauf gebaut, die roten Metallelemente an der Fassade und am neuen Südeingang lassen bereits das Farbkonzept erkennen. Die Außenarbeiten am Carl-Reuther-Berufskolleg in Hennef sind „schon weit vorangeschritten“, sagt Liliane Jeromin, Architektin und Sachgebietsleiterin des Technischen Gebäudemanagements, beim Rundgang über die Baustelle. Seit 2017 wird die Schule umgebaut und erweitert. Zum kommenden August soll der Betrieb aufgenommen werden.

Dass im Inneren noch deutlich mehr zu tun ist, zeigt sich bereits an den neuen Eingängen. Statt der bisherigen Ost-West-Ausrichtung wird die Schule künftig von Süden und Norden betreten. Hinter der Eingangstür im Norden führt derzeit noch ein Steg zum Bauaufzug. Erst an wenigen Stellen ist im Erdgeschoss der neue Fußboden aus Naturstein verlegt worden, stattdessen hängen Kabel aus Decken und Wänden, Baumaterialien bestimmen das Bild.

Bereits zu erkennen ist der Fortschritt im mittleren der drei Innenhöfe, über dem ein Glasdach installiert wurde. Holzmöbel sollen dort künftig zum Verweilen einladen, Jeromin verspricht sich „eine hohe Aufenthaltsqualität“. Ebenfalls im Erdgeschoss werden die Metall-, Holz- und Elektrotechnikwerkstätten sowie die Räume für Ernährungs- und Versorgungsmanagement samt Großküche eingerichtet. Diese werden größtenteils mit neuen Maschinen ausgestattet, generell werde die Einrichtung komplett erneuert. 2400 Stühle und 1700 Tische werden angeschafft.

Über dem zentralen Innenhof ist ein Glasdach gebaut worden. Liliane Jeromin vom Rhein-Sieg-Kreis präsentiert den Stand der Arbeiten am Berufskolleg. Foto: Meike Böschemeyer

Ein großes Thema ist der Brandschutz. Aufgrund des weiteren Stockwerks ist an der bestehenden Treppe ein zweiter Treppenlauf gebaut worden, zusätzlich gibt es neue Brandschutztreppenhäuser für den Notfall.

An einem der Treppenläufe bauen Arbeiter gerade das neue Geländer an, im Obergeschoss erklärt Jeromin die neue Raumaufteilung für den Unterricht. „Das pädagogische Konzept wurde für den Umbau überprüft“, sagt Jeromin. Statt klassischer Klassenräume gibt es künftig zehn sogenannte Cluster für die entsprechenden Fachbereiche. An einen offenen Raum schließen sich ringsum weitere Räume an, die miteinander verbunden sind.

2000 Quadratmeter mehr Nutzfläche als zuvor hat die Schule nach dem Umbau, das Projekt gehört zu den teuersten im Kreisgebiet. Bereits im vergangenen Frühjahr teilte der Kreis mit, dass die Kosten von geplanten 55 auf 67 Millionen Euro steigen werden. Mittlerweile liegen die Kosten bei 69 Millionen Euro, sagt Kreiskämmerin Svenja Udelhoven. Der Grund seien höhere Preise bei den Vergaben. „Wir haben deutlich schlechtere Angebote bekommen als geschätzt“, sagt Marcel Boddenberg, stellvertretender Leiter der Gebäudewirtschaft des Kreises.

Dass die Arbeiten des „ambitionierten Projekts“, wie Boddenberg sagt, rund ein halbes Jahr länger dauern als geschätzt, hänge mit der Interimslösung zusammen. Schüler und Lehrer sind derzeit unter anderem in Klassencontainer ausgelagert, die Standorte konnten erst etwas später als gedacht bezogen werden, sagt Boddenberg.

Rund 120 Arbeiter sind täglich auf der Baustelle, 420 Deckenheiz- und kühlsegel werden installiert, 553 Kilometer Kabel verlegt. „Die Logistik ist eine große Herausforderung“, sagt Löchte. Der unterschiedlich weite Bauvorschritt ist vor allem im zweiten Obergeschoss zu erkennen. Die Wände sind dort gesetzt, teilweise fehlen allerdings noch Böden, teilweise die Decken. Auch das soll sich bis zum Sommer noch ändern, wenn das „Projekt für die Zukunft“, wie Udelhoven sagt, fertig sein soll.