Horstmannsteg in Hennef: BUND kritisiert Brückenbau

Horstmannsteg in Hennef : BUND kritisiert Brückenbau

Sie ist seit Jahrzehnten für die Hennefer eine beliebte Brücke. Der Horstmannsteg ist allerdings stark sanierungsbedürftig und soll für 2,5 Millionen neu gebaut werden.

Die Hennefer Kommunalpolitiker haben sich bereits vor einem Jahr für eine Schrägseilbrücke aus Stahl mit einer Stütze, die 25 Meter in die Höhe ragen würde, ausgesprochen. Zudem soll die Brücke, die über die Siegaue führt und Hennef mit dem Ortsteil Allner verbindet, nicht wie bisher in einem Bogen, sondern gerade verlaufen.

Im Zuge des Beteiligungsverfahrens hat sich nun die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg an die Untere Landschaftsbehörde des Kreises gewandt und in einem Schreiben erhebliche Bedenken gegen einen Neubau an gleicher Stelle mitten in einem FFH-Gebiet geäußert, aber auch eine Alternative vorgeschlagen. Laut BUND könnte die Brücke parallel zur A 560 gebaut werden.

Für Achim Baumgartner, Sprecher der BUND-Kreisgruppe, sind die Planungen „unbedacht“ und zudem eine „vertane Chance“. „Die bisherige Brücke entstand zu einem Zeitpunkt als die Fläche, auf der sie steht, noch nicht als FFH-Gebiet ausgewiesen war. Damit genießt das Bauwerk zwar Bestandsschutz, behindert allerdings die Weiterentwicklung des Gebietes im Sinne des Naturschutzes“, sagte Baumgartner.

Untere Landschaftsbehörde will Stellungnahmen abwarten

Der Kreis liegt laut Baumgartner mit der Annahme falsch, dass der Neubau der Brücke an gleicher Stelle nur ein Austausch ist. Zwar sei das Projekt bei einer Sanierung des bisherigen Brückenbauwerkes aufgrund des Bestandsschutzes nicht angreifbar. „Da aber eine neue Brücke gebaut werden soll, bedarf es auch einer neuen Baugenehmigung“, sagte der BUND-Sprecher. Der Gesetzgeber schreibt laut Baumgartner vor, dass ein solcher Bau nur genehmigt wird, wenn keine Alternativen vorhanden sind. Die gibt es für den BUND allerdings durchaus. „Wir schlagen vor, den Neubau des Horstmannsteges parallel zur Autobahnbrücke der A 560 laufen zu lassen.“

Damit ergebe sich endlich die Chance, das FFH-Gebiet in der Siegaue weiter zu entwickeln, und für die Bevölkerung wäre nach wie vor eine gute Verbindung zwischen Hennef und Allner vorhanden, so Baumgartner. Der Kreis versuche sich beim Thema Horstmannsteg ähnlich zu verhalten wie bei der geplanten Brücke in Windeck-Dreisel. „Beide Planungen behindern die weitere Naturschutzentwicklung der Sieg auf viele Jahrzehnte erheblich. Sie durchschneiden ruhige Rückzugszonen der Tierwelt oder blockieren große Entwicklungspotenziale. Unser Vorschlag sollte von allen Beteiligten ernsthaft geprüft werden“.

Der Rhein-Sieg-Kreis, namentlich die Untere Landschaftsbehörde, hat sich mit dem Thema noch nicht auseinandersetzen können, weil laut Kreis-Sprecherin Rita Lorenz das Beteiligungsverfahren gerade erst angelaufen sei. „Wir können zu all dem inhaltlich noch gar nichts sagen. Wir warten zunächst sämtliche Stellungnahmen ab und werden dann alles prüfen“, sagte Lorenz.

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