Ausstellung in Hennef: Brasilianische Künstlerin Zilda de Castro stellt im Rathaus aus

Ausstellung in Hennef : Brasilianische Künstlerin Zilda de Castro stellt im Rathaus aus

Betrat man am Samstagmorgen das Foyer des Hennefer Rathauses, so wurde man in eine farbenfrohe, abstrakte Traumwelt entführt, die Platz für eigene Interpretationen ließ. Hierbei handelt es sich um die Gemälde und fotografischen Arbeiten von Zilda de Castro, einer Brasilianerin, die seit 20 Jahren in Deutschland lebt. Seinerzeit brachte sie die Liebe hierher.

Mit südamerikanischen Klängen aus der Heimat der Künstlerin wurde die Vernissage eingeleitet. Anschließend würdigte Bürgermeister Klaus Pipke das musische Talent de Castros. Ihre Werke spiegelten Harmonie wider. Sie seien unverkrampft, freundlich und einladend.

"Ein Besuch des Rathauses ist durch diese Ausstellung mehr als ein Besuch der Bürokratie, hier findet man einen Ort zufälliger und unerwarteter Kunst", freute sich Pipke. Einen Dank sprach der Bürgermeister auch der Galeristin Ricarda Philipps für ihr Engagement aus.

Bevor die Künstlerin sich mit ihrem Umzug nach Europa schwerpunktmäßig der Malerei zuwendete, war sie bis in die 1990er Jahre als Journalistin und Fotografin tätig. Dass Zilda de Castro eine Künstlerpersönlichkeit mit ganz eigenem Profil ist, wird besonders an ihrer Maltechnik deutlich: Entgegen herkömmlicher Spachteltechniken bringt sie ihre Acryl- und Aquarellfarben mit alten, ausgedienten Telefonkarten auf das Papier. "Meine Lehrerin hat immer gesagt, das sei keine Kunst. Ich nutze aber nicht gerne Pinsel. Wenn ich ein Gefühl habe, muss es schnell gehen. Das funktioniert am besten mit den Karten", sagte de Castro.

Schnell ist sie tatsächlich: Innerhalb von zwei Minuten erschafft sie fantasievolle Werke, wie sie in der "Galerie im Foyer" zu sehen sind. Allein 1000 Bilder hat sie während einer Fotoreise nach Venedig gemacht, der Stadt, die sie seit ihrer Kindheit liebt und von der sie inspiriert wird.

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