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Kirmes und Stadtfest: Auf einen Sprung nach Hennef

Kirmes und Stadtfest : Auf einen Sprung nach Hennef

Das Hennefer Stadtfest und die Kirmes erweisen sich einmal mehr als Besuchermagnet. 80 Vereine und Geschäfte gestalten das Großereignis mit.

Obwohl das Hennefer Stadtfest am Wochenende mit zwei großen Bühnen aufwartete, auf denen Hennefer Bands Lieder jeder Musikrichtung spielten, sammelte sich am Samstagmittag eine kleine Menschenmenge um die Musikschule „Ready4Stage“ auf der Frankfurter Straße. Hier hatte nämlich der 15-jährige Nick Ries seinen Auftritt. Mit zwei Jahren hatte er das Singen angefangen und seit über einem Jahr probte er nun in der Hennefer Musikschule.

Richtig nervös war der Schüler der Hennefer Gesamtschule vor seinem Auftritt nicht. Der junge Sänger war schon einige Male vor dem Stadtfest auf Bühnen gestanden, doch vor so vielen Menschen und auch einigen Klassenkameraden zu singen, war für den 15-Jährigen doch ungewohnt. Am Wochenende strömten die Massen über das Stadtfest und die Kirmes. Die Stadt ging am Sonntagabend von insgesamt 100.000 Besuchern aus. Auf der Frankfurter Straße und dem Heiligenstädter Platz konnten sie 220 Stände besuchen, wovon 80 von Hennefer Läden und Vereinen betrieben wurden.

Einer dieser Hennefer Stände gehörte am Wochenende dem Damenkomitee Fidele Flotte Dondorf. Der Karnevalsverein feierte in diesem Jahr nicht nur das Stadtfest, sondern auch ihr 66-jähriges Vereinsjubiläum. „Wir haben es noch niemandem verraten, aber bei unserer Jubiläumssitzung am 21. Januar 2017 präsentiert unser Verein nicht nur einen neuen Orden, sondern auch eine neue Uniform“, sagte Andrea Fischer, die erste Präsidentin des Damenkomitees. „Aus diesem Grund ist es für uns auch wichtig die Vereinskasse hier noch etwas aufzubessern. Außerdem mögen wir die familiäre Atmosphäre auf dem Stadtfest “, so Fischer. Auf reichliche Einnahmen hofften auch die Abiturienten der Hennefer Gesamtschule. An ihrem Stand boten sie die Bücher zum Verkauf an, die sie in ihrer Stufe gesammelt und die die Schulbibliothek aussortiert hatte. Dabei konnte jeder Käufer den Abiturienten so viel Geld für ein Buch geben, wie es ihm wert war. „Wir brauchen für unseren Abiball und die Feier etwa 20 000 Euro. Auf diesem Weg wollen wir etwas dazuverdienen“, sagten die beiden Abiturienten René Merbach und Thies Göttsche.

Einer der Höhepunkte auf dem Fest war auch dieses Jahr der 70 Meter hohe Bungee-Turm. Immer wieder blieben Besucher stehen, um die mutigen Springer zu beobachten. Einer dieser Mutigen war Justin Klehm. Er hatte den Sprung von seinen Eltern zum Geburtstag geschenkt bekommen und war dafür extra aus Berlin nach Hennef angereist. „Es war absolut unglaublich. Als ich oben stand, hatte ich schon leicht wacklige Knie, aber als ich sprang, konnte ich es nur noch genießen“, sagte der 18-Jährige. Nach einer Runde über das Fest und die Kirmes fuhr er noch am selben Abend mit seinen Eltern zurück nach Berlin. „Das Hennefer Stadtfest ist eines der größten Feste im Rhein-Sieg-Kreis. Wir haben auf zwei Bühnen Musik für jeden Geschmack, unterschiedliche Stände und Attraktionen für jedes Alter“, sagte Bürgermeister Klaus Pipke. Und auch wenn die Ausrichtung des Festes unter anderem durch die erhöhten Sicherheitsbedingungen jedes Jahr teurer wird, will die Stadt Hennef auch in Zukunft an dem Konzept festhalten.