Baustellen und Sperrungen: Eine Belastung für die Region

Baustellen und Sperrungen : Eine Belastung für die Region

Die Liste der Baustellen ist lang: Die Komplettsanierung der Bonner Nordbrücke, die Arbeiten an der Süd- und der Reuterbrücke und nicht zuletzt der Abriss und Neubau des Tausendfüßlers, dem Abschnitt der A 565 zwischen Endenich und Tannenbusch.

Auf die Menschen und Unternehmen in der Region kommt in den kommenden Jahren noch mehr an Stau und Umwegen zu. Um über die anstehenden Verkehrsprojekte zu informieren, lädt das Rhein-Voreifel-Unternehmernetzwerk für Dienstag, 28. Oktober, in den Telekom Dome ein.

Bereits im Februar hatten Experten über den Verkehr diskutiert. Hauptthema damals: die Sanierung der Nordbrücke in diesem Sommer, die vielen Geschäftsleuten Sorgen bereitete. "Wie wir heute sagen können, hat es einigermaßen geklappt", resümierte Norbert Nettekoven, Vorsitzender des Unternehmernetzwerks, gestern beim Pressegespräch in Bornheim. "Wahrscheinlich, weil sich so viele Menschen vorher Gedanken darüber gemacht haben."

Nun gehe es darum, zurückzuschauen, sich aber auch für die nächsten Baustellen zu präparieren. Denn: "Wir müssen uns auf erhebliche Belastungen vorbereiten", sagte Kreishandwerkermeister Thomas Radermacher. Gerade die Nordbrücke sei ein Nadelöhr. Angst und bange sei ihm zudem vor dem Abriss des Tausendfüßlers in "acht bis zehn Jahren". Es sei "noch völlig offen, was in dieser Zeit passieren soll". Der Erste Beigeordnete der Stadt Rheinbach, Raffael Knauber, wies darauf hin, dass es bis dahin keine alternative Strecke geben werde.

"Wir kranken daran, dass über Jahrzehnte nichts an der Infrastruktur getan wurde", sagte er. Ein Problem sieht er darin, dass Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis nicht an einem Strang zögen. "Es wird geredet und geredet, aber jeder hat seine feste Position." Hinzu kämen die Probleme auf der Strecke der Regionalbahn (RB) 23, die viele Menschen verärgerten.

Das Thema Verkehr sei emotional sehr aufgeladen, sagte Nettekoven. Das Ziel sei nun, mögliche Lösungen für die betroffenen Firmen zu finden. Dass die Umgehungsstraße L 183 n für Bornheim und Alfter dabei die geplante Entlastung bringe, glaubt Nettekoven nicht. Sie werde eher ein Bypass für die Autobahn sein.

Informationen

Anmeldungen zu der Veranstaltung nimmt der Bornheimer Wirtschaftsförderer Sebastian Römer per E-Mail an sebastian.roemer@stadt-bornheim.de oder per Fax an 0 22 22/91 99 52 58 entgegen.

Die Veranstaltung

Zum Thema "Verkehrssituation Bonn/Rhein-Sieg: Was war? Was kommt?" wird Mario Korte vom Landesbetrieb Straßenbau NRW am Dienstag, 28. Oktober, 17.45 Uhr, im Bonner Telekom Dome, Basketsring 1, über die Brückensanierung in Bonn informieren. Im Anschluss diskutieren Korte, Helmut Laux (Abteilungsleiter Stadtverkehr der Stadt Bonn), Michael Jaeger (Kreis-Planungsdezernent), Norbert Reinkober (VRS) und Kreishandwerkermeister Thomas Radermacher über die Verkehrslage.

Das Netzwerk

Das Rhein-Voreifel-Unternehmernetzwerk ist aus dem Integrierten Ländlichen Entwicklungs-Konzept (ILEK) der sechs linksrheinischen Kommunen hervorgegangen. 2009 wurde der Verein gegründet, der inzwischen rund 50 Mitglieder hat. Dazu gehören Unternehmen, Kommunen, Gewerbevereine sowie Hochschulen. Ziel des Zusammenschlusses ist die stärkere Betrachtung des Linksrheinischen als gemeinsamer Wirtschaftsraum sowie die Verbesserung der Kommunikation und Kooperation.

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