Das sind die Highlights des Siegburger Kompositionswettbewerbs

Herausragende Lieder in Siegburg : Das sind die Highlights des Kompositionswettbewerbs

Mal verspielt und hoffnungsvoll, mal klanggewaltig und bewegend – so unterschiedlich die 46 Beiträge des 31. Siegburger Kompositionswettbewerbs waren, so hochkarätig waren sie auch. Mit David Kühn ist erstmals ein Siegburger Musiker auf einem ersten Platz bei dem Wettbewerb.

Der Wettbewerb stand dieses Jahr im Zeichen Theodor Fontanes (1819–1898): Zu Ehren seines 200. Geburtstags sollten Lieder auf ein Gedicht oder eine Ballade Fontanes geschrieben werden. Die Ergebnisse waren so hochkarätig, dass die Auswahl der Preisträger in diesem Jahr besonders schwergefallen sei, so Christian Ubber, Leiter der Musikwerkstatt der Stadt Siegburg. Am Sonntag waren die Preisträger des Wettbewerbs, an dem sich 32 Komponisten aus Deutschland, Österreich und Italien beteiligten, zu einem Preisträgerkonzert in der Musikwerkstatt eingeladen.

Für Ubber und Vizebürgermeisterin Susanne Haase-Mühlbauer ein besonderer Moment: Mit David Kühn holte erstmals ein Siegburger einen ersten Platz im internationalen Wettbewerb. Einen Heimvorteil habe der junge Musiker und Komponist keineswegs gehabt, betonte der Leiter der Musikwerkstatt: „Die Jury hat keine Verbindungen zur Musikschule und kannte weder die Teilnehmer noch ihre Herkunft.“

Die Bewertung, welche Kompositionen preisverdächtig seien, erfolgte dabei keineswegs nach dem Geschmack, sondern nach professionellen Standards, so Ubber: „Mit Martin Lindsay von der Hochschule für Musik und Tanz in Köln hatten wir einen Experten für Gesang in der Jury, der prüfte, ob und wie die Kompositionen sich überhaupt für den Gesang eignen.“ Björn Raithel von der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf analysierte als Dozent für Tonsatz, wie die Beiträge handwerklich gesetzt sind. Und mit dem Komponisten und Musikverleger Professor Boris Bagger von der Musikhochschule Karlsruhe hatte die Jury einen Experten aus der Praxis, der eine marktspezifische Bewertung vornahm.

Recht schnell habe sich aus den drei Bewertungen eine gemeinsame Schnittmenge gebildet, die dann weiter untersucht worden sei. Dass die Messlatte für die Preisträger hoch sein würde, sei bereits vorab klar gewesen, wie die Vizebürgermeisterin erklärte: „Als Schülerin habe ich selbst in Siegburg die Anfänge des Wettbewerbs mitbekommen. Wir haben als Schüler damals alle versucht, im Wettbewerb weiterzukommen. Mit dem digitalen Zeitalter ist der Teilnehmerkreis national und international gewachsen.“ Und damit auch der Anspruch an die Komponisten, wie Ubber erklärte.

Béla Noll aus Geroldshausen und Kevin Hunder-Conolly aus Düsseldorf teilten sich den zweiten Preis in der Kategorie der Kinder und Jugendlichen. Pia Fayner aus Köln holte mit ihrem Werk „Im Garten“ und dem begeisterten Juryurteil „ein klangintensives Lied, herausragend für ihr Alter“ den ersten Preis. Zudem wurde die Komponistin mit dem Sonderpeis des Vereins Humperdinckfreunde Siegburg ausgezeichnet. Für ihren „ermutigenden kompositorischen Anfang“ erhielt Melanie Czarny aus Altena einen Förderpreis.

In der Kategorie der erwachsenen Komponisten überzeugte David Kühn aus Siegburg mit „Die Frage bleibt“ die Jury. „Eine sehr konzentriert ausgearbeitete Miniatur von bemerkenswerter Dichte in Satz und Textdeutung“, so die Juroren: „Handwerklich herausragend!“ Einen weiteren ersten Preis holte Norbert Laufer mit „Überlass es der Zeit“ aus Meerbusch. Uwe Strübing aus Fürth, Jens Hubert aus Ellhofen und Jieun Jeong aus Saarbrücken teilten sich die zweiten Preise. Andreas Krüger aus Berlin erhielt einen dritten Preis. Der mit einer Veröffentlichung des Werks beim Verlag Edition 49 dotierte Sonderpreis ging an Otto Wanke aus Wien.