Stadt Bornheim: Bürger können sich an Windkraft-Projekt beteiligen

Stadt Bornheim : Bürger können sich an Windkraft-Projekt beteiligen

Sechs weitere Windräder, so viele sollen sich zukünftig bei Sechtem drehen. Die Firma Enercon plant, rund 150 Meter hohe Anlagen zwischen dem Umspannwerk und der Bahnlinie zu errichten. An dem Projekt sollen sich auch die Bürger beteiligen können.

Bis zu zwei der sechs Anlagen können laut Verwaltung als Bürgerwindräder realisiert werden. Deshalb schlägt Bürgermeister Wolfgang Henseler vor, eine Bornheimer Energiegenossenschaft zu gründen, an der die Bürger Anteile erwerben können. Mit diesem Thema beschäftigt sich der Rat der Stadt Bornheim in seiner nächsten Sitzung, die morgen, 26. September, ansteht.

Die Genossenschaft müsste einiges an Geld aufbringen. Denn: Pro Windrad sind rund 3,5 Millionen Euro nötig, voraussichtlich etwa die Hälfte davon als Eigenkapital. Möglich wäre, Genossenschaftsanteile in Höhe von je 1000 Euro auszugeben. Pro Mitglied könnte die maximale Anzahl auf 100 beschränkt werden.

"Damit ermöglichte man grundsätzlich allen Interessenten, sich finanziell an den Bürgerwindrädern zu beteiligen, vermeidet aber eine zu große Mitgliederzahl, die die Steuerung der Genossenschaft schwierig gestalten könnte", heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die Anteilseigner sollen vorwiegend aus Bornheim, zumindest aber aus der Umgebung kommen. Entsprechende Interessenbekundungen aus der Region lägen bereits vor. Die Stadt selbst will sich mit mindestens einem Anteil an der Genossenschaft beteiligen. Das muss jedoch zunächst von der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Mit der Vorbereitung des Projekts will Henseler den Stadtbetrieb beauftragen.

Als Alternative zur eigenen Energiegenossenschaft könnte sich die Stadt auch einer bereits bestehenden Genossenschaft anschließen. Die Bürgerenergie Rhein-Sieg eG aus Siegburg habe dazu grundsätzlich Bereitschaft signalisiert. Die Mitglieder müssten dem noch zustimmen. Henseler präferiert jedoch eine eigene Genossenschaft - "wegen der besseren lokalen und regionalen Identifikation".

Die Mitglieder des Bornheimer Hauptausschusses, der sich bereits vor zwei Wochen mit dem Thema beschäftigen sollte, sehen dazu noch Beratungsbedarf. Der Tenor: Ein solcher Schritt müsse wohlüberlegt sein. Die CDU wollte zunächst ausführlicher in der Fraktion darüber sprechen. Der Ausschuss hatte das Thema deshalb zunächst ohne Beschluss in den Rat verwiesen.

Die Sitzung des Stadtrats beginnt morgen, 26. September, um 18 Uhr im Bornheimer Rathaus.

Die Planung

Laut der Bornheimer Stadtverwaltung hat Enercon die notwendigen Gutachten zur Errichtung des Windparks beauftragt, und auch mit den Grundstückseigentümern privatrechtliche Vorverträge geschlossen. Die Windräder sollen auf einem Gebiet von rund 60 Quadratmetern in der Nähe des bereits vorhandenen Windrads in Sechtem entstehen. Den für den Bau nötigen immissionsschutzrechtlichen Antrag hat Enercon noch nicht gestellt. Die Firma stehe aber mit dem Kreis in Kontakt, teilt die Kreispressestelle mit. Geplant war nach Angaben der Stadt Bornheim zunächst, den Antrag bis September einzureichen.

Das Verfahren befinde sich nach wie vor im Vorantragsverfahren, sagt Felix Rehwald von Enercon. Windenergieprojekte seien komplexe Infrastrukturvorhaben, die eine sorgfältige Vorbereitung erforderten. Die Firma Enercon nehme sich bei jedem Projekt die erforderliche Zeit, um alle genehmigungsrechtlichen Gutachten erstellen zu lassen und alle relevanten Unterlagen zusammenzustellen. Rehwald: "Unabhängig davon halten wir an unserer Planung fest, Ende 2014 mit dem Bau der Anlagen in Bornheim zu beginnen."

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