Ausstellung in Eitorf: 160 Jahre Siegstrecke in Bildern

Ausstellung in Eitorf : 160 Jahre Siegstrecke in Bildern

Eisenbahnfan Klaus Strack stellt Fotos und Baupläne von der Siegstrecke in Eitorf aus. Die Ausstellung will Erinnerungen an die Zeit zeigen, als noch Dampfloks durch das Siegtal fuhren.

Modellbahnen sind seine Sache nicht. „Ich mag lieber die Originale“, sagt Klaus Strack. Der langjährige Kämmerer der Gemeinde Eitorf und Sprecher der Kämmerer im Rhein-Sieg-Kreis ist seit Jahrzehnten ein Eisenbahn-Afficionado und mit Sicherheit einer der größten Experten, wenn es um die Geschichte der Bahn in der Region geht. Sein Spezialgebiet ist die „Siegstrecke“, der er jetzt anlässlich ihres 160-jährigen Bestehens eine Ausstellung mit zahlreichen historischen Fotos, Original-Dokumenten und Bauplänen widmete. Am Samstag und Sonntag fanden sich zahlreiche Eisenbahn-Fans in der Biologischen Station ein, um Erinnerungen an eine Zeit aufzufrischen, als noch Dampfloks durch das Siegtal fuhren.

Es sind schon kleine Schätze, die Strack für die Ausstellung aus seinem Archiv holte, das mittlerweile 700 Akten und mehr als 300 Bücher umfasst. Ob eine alte Laterne vom Troisdorfer Bahnhof, historische Aufnahmen von 1858, die den Bau der Siegbrücken in Rosbach und Windeck-Hoppengarten zeigen, die Original-Akte zum Bau des Eitorfer Bahnhofs von 1955 oder der Original-Plan des Siegburger Bahnhofs von 1909-Strack konnte am Samstag und Sonntag während seiner Ausstellung „160 Jahre Eisenbahn im Siegtal“ viel Wissenswertes zu einer Strecke vermitteln, die 1859 eröffnet wurde.

„Während das Teilstück bis Hennef am 1. Januar 1859 in Betrieb ging, jährt sich die Inbetriebnahme der ersten Verlängerung der Strecke bis Eitorf am 15. Oktober“, sagte Strack. Nachdem es zum 150-jährigen Bestehen der Siegstrecke keine Veranstaltung gab, wollte der Eisenbahnfan und passionierte Wanderer den 160. Geburtstag zumindest mit dieser Ausstellung gebührend feiern. Als Ort wählte er nicht ohne Grund die Biologische Station des Rhein-Sieg-Kreises am Eitorfer Bahnhof. „Das war früher ein Güterschuppen. Von hier aus wurden die Waggons beladen. Auch die Firma Weco nutzte diesen Schuppen zum Verladen ihrer Pyrotechnik“, sagte Strack.

Der 160. Geburtstag der Siegstrecke wurde kleiner gefeiert

„Zum 130-jährigen Bestehen der Siegstrecke hatte der Eisenbahnclub Rhein-Sieg, dessen Vorsitzender ich einmal war, im Oktober 1989 ein Bahnhofsfest in Eitorf veranstaltet“, erinnert sich Strack. „Damals gab es Ausstellung der Bundesbahn mit Lokomotiven zu bewundern, und man konnte sogar mit einem alten Schienenbus das Siegtal erkunden“.

Zwar wurde der 160. Geburtstag der Siegstrecke mit Stracks Ausstellung etwas kleiner gefeiert, aber die Besucher konnten sich zwei Tage lang an historischen Fotos erfreuen, die den Betrachter in eine andere Zeit entführten. Schwarz-Weiß Aufnahmen von 1965 wie die einer Dampflok im Hennefer Bahnhof oder eines Gefährts, das sich damals „Schienen-Straßen-Bus“ nannte und 1961 im Betzdorfer Bahnhof abgelichtet wurde, ließen die Herzen der Eisenbahnfans höher schlagen. Auch die Aufnahme einer E-Lok aus dem Jahre 1914 stach heraus. „Diese E 71 22 diente der damaligen Troisdorfer Lokomotivführerschule zu Demonstrationszwecken“, sagte Strack.

Vor zehn Jahren erfüllte sich Strack zu seinem 50.Geburtstag einen Wunsch. Gemeinsam mit einem Freund, der ebenfalls 50 wurde, miete er einen Zug, der von Siegburg nach Mainz und zurück fuhr. Die Gäste konnten als Passagiere alter Rheingold-Waggons die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen, während Strack im Führerstand einer alten V 200-Diesellok seiner Eisenbahnleidenschaft frönte. „Das war schon großartig“, sagte der Mann, der 1993 zu den Gründungsvätern der Rhein-Sieg-Eisenbahn gehörte.

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