Zuschüsse für marodes Gebäude: So soll der Burghof im Siebengebirge gerettet werden

Zuschüsse für marodes Gebäude : So soll der Burghof im Siebengebirge gerettet werden

Der Burghof im Siebengebirge soll gerettet werden. Das Heimatministerium NRW signalisiert Zuschüsse für Sanierung des maroden Gebäudes.

Der Burghof soll vor dem endgültigen Verfall gerettet werden. Zurzeit suchen verschiedene Akteure unter Federführung des Rhein-Sieg-Kreis nach einer Lösung für die denkmalgeschützte Immobilie, die der Bonner Unternehmer Marc Asbeck im Jahr 2016 erworben hatte und jetzt wieder verkaufen will.

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass mit dem Gebäude etwas passiert, bevor es gar nicht mehr zu retten ist", sagte Brigitte Kohlhaas von der Kreisverwaltung, bei der die Fäden zusammenlaufen. "Dabei müssen wir einige Komponenten zusammenbringen, die nicht so ganz einfach zusammenzubringen sind."

Das erste Problem sind die Eigentumsverhältnisse. Der Burghof gehört noch Marc Asbeck. Der Unternehmer hatte die denkmalgeschützte, seit dem Jahr 1989 leer stehende Immobilie 2016 von Dieter Streve-Mülhens erworben und möchte sie natürlich ohne großen Verlust verkaufen, nachdem er seine eigenen Vorstellungen zur Nutzung nicht hat durchsetzen können. Asbeck hatte nach dem Kauf mitgeteilt, dass er den Burghof nicht mehr gastronomisch nutzen wolle.

Asbeck plante ein Wohnhaus im Schweizer Chalet-Stil

Stattdessen plante er, das Gebäude von Grund auf zu sanieren und anschließend selbst als "großzügiges Wohnhaus im Schweizer Chalet-Stil" zu bewohnen. Inspiriert hatte ihn eine Postkarte aus dem Jahr 1922, die den Burghof als Hotel im Schweizer Stil zeigt. Gespräche zwischen Asbeck und Landrat Sebastian Schuster haben bereits stattgefunden. "Die Immobilie ist in einem desolaten Zustand. Mittlerweile scheint es dort sogar reinzuregnen, was vorher nicht der Fall war", sagt Kohlhaas. Der Verfall schreite dadurch noch schneller voran. "Um das Gebäude einer halbwegs ordentlichen Nutzung zuzuführen, reden wir eher von zehn als von fünf Millionen Euro."

Dieses Geld soll über verschiedene Fördertöpfe aufgebracht werden. Das Heimatministerium des Landes NRW hat bereits signalisiert, dass es sich aus dem Programm "Heimat.Zukunft.NRW" einen Zuschuss vorstellen kann. Die Rede ist von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro. Das allein reicht aber noch lange nicht. "Wir sind zurzeit dabei abzugleichen, welche Förderkulisse infrage kommt, um aus einer Vielzahl von Fördertöpfen die Gesamtsumme aufzubringen", so Kohlhaas. Weitere mögliche Geldgeber werden in den Bereichen Denkmalschutz, Umwelt und Naturschutz sowie Städtebau gesehen. Bei früheren Überlegungen für eine Sanierung des Burghofes wurden schon einmal 600.000 Euro aus dem Bereich Denkmalpflege in Aussicht gestellt. Die Schwierigkeit sei nun, die verschiedenen Fördertöpfe, die sich zum Teil ausschließen, aufeinander abzustimmen.

Die NRW-Stiftung wurde bisher von den Überlegungen nur in Kenntnis gesetzt. Deren Vorstand hatte vor einem Jahr den Beschluss gefasst, von einem Kauf des Burghofs und einer Beteiligung an dem Projekt abzusehen.

Eine weitere offene Frage ist die, wer als Käufer in Erscheinung tritt. Weder der Kreis noch die Stadt Königswinter oder ein Privater kommen dafür in Betracht. "Wir versuchen jetzt, einen Verein oder eine gemeinnützige Gesellschaft zu gründen, an denen alle Akteure beteiligt sind", so Kohlhaas. Der neue Eigentümer müsste dann auch sämtliche Förderanträge stellen und selbst bei einer 90-prozentigen Förderung einen zehnprozentigen Eigenanteil aufbringen.

Die Frage ist auch, wie das Gebäude nach seiner unbedingt notwendigen Grundsanierung bespielt werden soll. Möglicherweise durch einen modularen Aufbau. So könnte beispielsweise frühzeitig eine Gastronomie etwa in Form einer Straußwirtschaft im Erdgeschoss geschaffen werden. Sie soll keine Konkurrenz zum Angebot auf dem Drachenfels oder in der Drachenburg darstellen. Im ersten Obergeschoss könnte dann später zum Beispiel eine Ausstellung des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) entstehen. Dessen Vorsitzende Hans Peter Lindlar hatte im vergangenen Jahr angedeutet, dass er sich vorstellen könnte, im Burghof das geplante Wildniszentrum mit einer Ausstellung zu den Wildnisgebieten einzurichten. Auf einen Neubau am Forsthaus Lohrberg, der bisher vorgesehen ist, könnte dann verzichtet werden. Der VVS würde das Informationszentrum mit seinen ehrenamtlichen Kräften besetzen.