Dienstältester Bürgermeister: Ortsgemeinderat Windhagen ernennt Josef Rüddel zum Ehrenbürger

Dienstältester Bürgermeister : Ortsgemeinderat Windhagen ernennt Josef Rüddel zum Ehrenbürger

Nach mehr als 50 Jahren als Bürgermeister bereiten die Windhagener ihrem „Jüppchen“ Rüddel einen besonderen Abschied

Am 19. Juni hatte der dienstälteste Bürgermeister Deutschlands, Josef Rüddel, nach 56 Jahren die Amtsgeschäfte seinem Nachfolger Martin Buchholz übergeben. Fast auf den Tag genau fünf Monate später wurde er am Samstag im Forum des Ortes zum Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde ernannt. Anlass war eine große Feier, in deren Verlauf die Gemeinde Windhagen dankend und anerkennend ihren ehemaligen und langjährigen Ortschef, „et Rüddels Jüppche“ in den Un-Ruhestand verabschiedete. Eingeladen waren neben der großen Familie alle in den Jahren von 1963 bis 2019 dem Ortsgemeinderat Windhagen angehörenden Mitglieder, politische Freunde und Weggefährten aus der Region sowie die Bürger des Ortes.

„Der Gemeinderat hat am 15. August beschlossen, den langjährigen Bürgermeister Josef Rüddel, der die positive Entwicklung des Ortes maßgeblich geprägt hat, zum Ehrenbürger zu ernennen“, verkündete Buchholz unter dem frenetischen Beifall der mehr als 600 Gäste. Damit hatte er seinen Vorgänger sichtlich überrascht: Die Auszeichnung verschlug Rüddel zunächst die Sprache. Die fand „der Fuchs“, der laut Landrat Achim Hallerbach „mit spitzbübischer Gerissenheit das Wunder von Windhagen“ erst möglich gemacht hatte, aber wieder, nachdem ihm Buchholz und die Beigeordneten Hans-Günter Geiger und Helmut Wolff auch noch den goldenen Schlüssel der Gemeinde nebst Ernennungsurkunde der Ehrenbürgerschaft überreicht hatten.

„Ich würde am liebsten hier noch ein Schwimmbad bauen. Und da ihr das auch gut finden würdet, werde ich alles versuchen, das noch möglich zu machen“, versprach der 94-Jährige seinen Windhagenern. Er lud die Gäste ein, nach dem von der „Harmonie Windhagen“ und dem Spielmannszug Rot-Weiß Fernthal gespielten Zapfenstreich noch nicht nach Hause zu gehen. „Ich freue mich, dass mir so viele Menschen einen schönen Nachmittag bereitet haben. Und mit denen will ich jetzt auch noch den ganzen Abend feiern. So toll habe ich mir das nicht vorgestellt“, schwärmte der frisch gebackene Ehrenbürger.

An der Stelle eventueller Präsente bat Rüddel um Spenden für wohltätige Projekte. „Du wirst zu Hause aber doch wohl anbauen müssen, um all die Geschenke unterbringen zu können“, mutmaßte Moderator Dennis Heinemann. Ein besonders schweres Geschenk hatte Hallerbach im Gepäck: Er zeichnete Rüddel mit dem hölzernen Unikat „Goldenes rheinisches Schlitzohr“ aus. „Ununterbrochen seit 1963 hast du die Geschicke von Windhagen gelenkt und geleitet. Du warst der politische Wegweiser der Gemeinde und bist selber zu einer Institution geworden. Nicht nur, dass du dich für und um Windhagen in außerordentlich hohem Maße verdient gemacht hast. Du bist auch eine Vorzeigepersönlichkeit für die ganze Region.“ So hatte Buchholz zuvor im Namen des Gemeinderates das Engagement seines Vorgängers gewürdigt. Immerhin hatte sich der kleine Ort unter der Ägide von Rüddel zu einer überaus prosperierenden Gemeinde entwickelt.

Neben dem Mainzer Innenminister Roger Lewentz, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft und Vize-CDU-Bundesvorsitzenden Julia Klöckner sowie dem Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn, die digital über die Leinwand gratulierten, marschierten die Kitas, die Grundschule und die Windhagener Vereine auf. Der Sportverein ernannte Rüddel zum Ehrenmitglied, während die „Klaavbröder“ ihrem Ehrensenator und 89-er Prinz freien Eintritt zu allen Veranstaltungen gewähren. Zum Leidwesen des Charmeurs alter Schule mit einer Ausnahme: Auf der Mädchensitzung der Rubbeldi-Dupp-Möhnen darf er sich nicht sehen lassen.