Kommentar zur Königswinterer Altstadt: Zähes Geschäft

Kommentar zur Königswinterer Altstadt : Zähes Geschäft

Es gibt viele erschwerende Faktoren für eine gute laufende Wirtschaft in der Königswinterer Altstadt. Selbst bei Fortschritten geht man oft zwei Schritte vor und einen zurück, kommentiert Hansjürgen Melzer.

Wirtschaftsförderung in der Königswinterer Altstadt war und ist ein zähes Geschäft. Da müssen oft ganz dicke Bretter gebohrt werden. Erschwerende Faktoren sind die geringe Einwohnerzahl, der Autoverkehr in einem Teil der Einkaufsstraßen, die kleinen Ladenlokale, um die der Einzelhandel normalerweise einen großen Bogen macht. Auf der anderen Seite stehen die Eigentümer, die zum Teil utopische Vorstellungen haben, welche Mietpreise sie erzielen können.

Alles in allem eine schwierige Gemengelage. Dennoch ist es den Wirtschaftsförderern in den vergangenen Jahren durch hartnäckige Arbeit gelungen, die Zahl der Leerstände von 36 auf unter zehn zu drücken. Dabei ging es meistens zwei Schritte vor und einen zurück. Immer wieder gab es Geschäftsaufgaben. Einzelhändler wie Sonja Schmiedel, die mit großem Enthusiasmus an den Start ging, dann aber doch nicht das Sortiment anbot, das in der Altstadt gekauft wird, sind sicher kein Einzelfall.

Bisher ist Königswinter auf Idealisten wie Ulrich Keinath und Hans-Helmut Schild angewiesen, die mehrere Immobilien in der Altstadt wie das ehemalige Hotel Wenzel, das Kontor und Kaffeehaus und den Kaufmannsladen saniert haben, weil sie an die Gegenwart, vor allem aber an die Zukunft des Stadtteils glauben. Solche Menschen mögen ihren Optimismus behalten.

Auch wenn Mohamed Rizk und die Stadt nach sechs Jahren Streit nicht gut aufeinander zu sprechen sind, trifft das wohl auch auf den ägyptischen Geschäftsmann zu, der tatsächlich noch in diesem Jahr das Café Europa als Hotel Bon(n)ito Weinstube mit Konzertsaal eröffnen könnte. Bleibt zu hoffen, dass die neue Gastronomie erfolgreicher wird als die im Alten Brauhaus, das ebenso wie die Orangerie und das Weinhaus Rizk (ehemals Haus Metternich) von ihm nicht mehr gastronomisch genutzt werden. Ein Gewinn für die Altstadt wäre aber auf jeden Fall, wenn der jahrlange Leerstand an dieser zentralen Stelle aufhören würde. Die Blumen auf der Terrasse wirken jedenfalls schon sehr einladend.