Arbeitsgruppe Ortsentwicklung: Wie sich Oberpleis entwickeln soll

Arbeitsgruppe Ortsentwicklung : Wie sich Oberpleis entwickeln soll

Die Arbeitsgruppe Ortsentwicklung Oberpleis ist im Sitzungssaal des Oberpleiser Rathauses zusammengekommen. Themen waren dabei unter anderem die Umgestaltung des Busbahnhofs sowie der Planungsstand für das Seniorendorf an der Propsteistraße. Ein Überblick.

Erstaunen gab es bei der Sitzung der Arbeitsgruppe Ortsentwicklung Oberpleis: Helena Häuser, Stadtplanerin vom Ingenieurbüro Planwerk Häuser, hatte erste Ideen für die Umgestaltung des Kirchplatzes vorgestellt - die jedoch nicht den Vorstellungen der Politiker entsprachen. Weitere Themen bei der Zusammenkunft im Sitzungssaal des Oberpleiser Rathauses waren die Umgestaltung des Busbahnhofs sowie der Planungsstand für das Seniorendorf an der Propsteistraße.

Kirchplatz: Erste Entwürfe für die Umgestaltung des Kirchplatzes. präsentiert von Helena Häuser, sahen die Mitglieder der Arbeitsgruppe. Allerdings: Die Planungen endeten an der Mauer zum Vorplatz der Kirche. "Dabei war eine Öffnung des Platzes ein zentraler Punkt und hier in der Runde Konsens", bemängelte Joachim Hirzel (SPD). Das sah auch Norbert Mahlberg (CDU) so: "Wenn man den gesamten Platz in den Blick nimmt, gibt es deutlich mehr Spielräume. So ist der Platz nicht optimal entwickelt."

Im vergangenen Jahr hatte die katholische Gemeinde signalisiert, dass sie auf die Mauer, die das Kirchengelände vom heutigen Parkplatz - dem Kirchplatz - trennt, verzichten oder sich alternativ einen Treppenzugang vorstellen könnte. Eine Bedingung: ausreichend Parkmöglichkeiten auf dem Platz für Gottesdienstbesucher sowie für größere Veranstaltungen wie Hochzeiten und Beerdigungen. Auf den Bereich jenseits der Mauer hatte sich der Planungsauftrag der Stadt jedoch nicht bezogen. Gleichwohl betonte Roman Limbach (CDU): "Die heute vorgestellten Ideen für die westliche Seite des Platzes sehe ich durchaus positiv." Dort hatte Häuser etwa die Anlage von Terrassen und mehr Platz für Außengastronomie vorgesehen.

Den heutigen Parkplatz gestaltete sie als Aufenthaltsfläche mit Sitzelementen, Wasserfontänen und Pergola. In ihrem Entwurf soll die alte relativ schmale Treppe zum Kirchengelände hin wieder geöffnet werden. Auf der Siegburger Straße erleichtern aufgepflasterte Streifen als Mittelinseln den Fußgängern das Überqueren der Fahrbahn. Allerdings kamen auch bei der einen oder anderen Aussage des zugrunde gelegten Verkehrsgutachtens den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Zweifel. Etwa bei der Annahme, dass der meiste Verkehr über die Propsteistraße in die beziehungsweise aus der Siegburger Straße fließt. An dem Punkt setzte der Technische Dezernent Theo Krämer an. "Wir werden handfeste Zahlen zum Abbiegeverhalten und zum Stellplatzbedarf ermitteln", versprach er. "Der Start war holprig, was nicht Schuld der Planer war." Eine veränderte Planung soll schnellstmöglich vorgelegt werden.

Busbahnhof: Keine "100 Prozent überzeugende Lösung" gibt es laut Krämer auch für den Ausbau des Oberpleiser Busbahnhofs. Wie berichtet, soll nach dem neuen Personenbeförderungsgesetz bis spätestens 2022 die Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr erreicht werden. Insgesamt fünf verschiedene Umbauvarianten stellte ein Planer der Arbeitsgruppe bei ihrer Sitzung vor, die neben der Barrierefreiheit zehn Haltepunkte im Rendezvousverkehr, darunter mehrere für Gelenkbusse und für den Schulbusverkehr sowie Wartepositionen für die Busse berücksichtigen sollten. "Selbst mit möglichen Erweiterungsflächen ist das auf diesem Areal baulich nicht umsetzbar", so das Fazit des Planers. "Wir müssen uns fragen, ob das an dieser Stelle der Busbahnhof der Zukunft ist", sagte Krämer. "Oder ob wir nicht grundsätzlich anders denken müssen."

Seniorendorf: Auch in Sachen Seniorendorf gab es nur teilweise gute Nachrichten, wie Cornelia Gamm vom Servicebereich Stadtplanung berichtete. Nach mehreren Gesprächen mit dem Rhein-Sieg-Kreis und der Bezirksregierung müsse der Investor bei seinen Planungen für ein Seniorendorf an der Propsteistraße das Überschwemmungsgebiet und den Bereich im Landschaftsschutzgebiet außen vor lassen. "Das macht neue Planungen erforderlich", so Gamm. Die gute Nachricht sei: Der Investor halte an dem Projekt fest und suche jetzt nach Lösungen.

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