Programm zum 250. Geburtstag: Wie das Siebengebirge das Beethoven-Jubiläum feiert

Programm zum 250. Geburtstag : Wie das Siebengebirge das Beethoven-Jubiläum feiert

Die Tourismus Siebengebirge GmbH hat das Programm zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 vorgestellt. Neben einem Wanderweg soll es auch Theater und Konzerte geben. Ein Überblick.

Schloss Drachenburg war noch nicht erbaut, das Grandhotel auf dem Petersberg, Zahnradbahn und Nibelungenhalle noch ferne Zukunftsmusik. Dafür herrschte im Kloster Heisterbach Ende des 18. Jahrhunderts geschäftiges Treiben ebenso wie in den zahlreichen Steinbrüchen: So ähnlich mag sich das Siebengebirge zu Zeiten Ludwig van Beethovens präsentiert haben.

Dass das Musikgenie mit Geburtsort Bonn gerne über den Rhein kam und die Natur bei zahlreichen Ausflügen genoss, scheint gewiss. Und so wundert es auch nicht, dass die Tourismus Siebengebirge GmbH zum 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020 ein Programm präsentiert, das insbesondere dessen Liebe zur Landschaft rund um Bonn und zur Natur im Allgemeinen in den Mittelpunkt rückt.

Anspruchsvoller Rundweg

Beethoven-Wanderweg: Als „eines der wichtigsten Projekte der Tourismus Siebengebirge GmbH“ bezeichnet Geschäftsführer Oliver Bremm die Einrichtung des Beethoven-Wanderwegs, der mit Unterstützung der Stadt Königswinter und des Rhein-Sieg-Kreises entstand. Er verbindet auf rund 15 Kilometern die drei Stelen des Beethoven-Rundgangs im Siebengebirge, die auf dem Drachenfels, der Terrasse des Grandhotels Petersberg und vor der Zehntscheune des Klosters Heisterbach stehen werden. Mit den insgesamt 22 Stelen in Bonn und der Region erläutern sie Leben und Wirken Beethovens in der Region.

„Es ist ein anspruchsvoller Rundweg“, so Bremm. Zwar verlaufe er auf bereits markierten Wanderwegen, werde aber seine eigene Charakteristik haben. Und ein eigenes Logo: Ein weißes „B“ auf hellgrünem Grund, die entsprechenden Markierungen beginnen im August. Die erste Führung über den Wanderweg findet laut Mara Evens, Mitarbeiterin der Tourismus Siebengebirge GmbH, am 15. September im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Stadt – Land – Fluss“ statt.

Interviews und Theater

Interviews: Was haben Läuferin Konstanze Klosterhalfen, der Bonner Generalmusikdirektor Dirk Kaftan und Henning Wehland von den „Söhnen Mannheims“ gemeinsam? Sie leben, arbeiten oder stammen aus der Region – und haben sich in kurzen Interviews zur ihrer ganz persönlichen Beziehung zu dem Musikgenie geäußert. Die rund ein Dutzend Videos werden nach und nach im Internet veröffentlicht.

Theater: Speziell zum Beethoven-Jubiläum hat das NN Theater, aus Köln, das seit 2016 mit seiner Sommerbühne in der Klosterruine Heisterbach zu Gast ist, ein Stück mit dem Arbeitstitel „Meisterschüler“ konzipiert. Im Mittelpunkt steht weniger das Musikgenie Beethoven als der Mensch: „Beethoven für alle“ sozusagen. Projektpartner ist die Stadt Hennef, wo das Theaterstück am 27. und 28. Juni Premiere hat. In Heisterbach ist das Schauspiel am 14. und 15. August zu sehen.

Konzerte und Tanzperformance

Konzerte: Mit „Die Ruinen von Athen“ und dem Oratorium „Christus am Oelberge“ plant der Kammerchor Oberpleis unter Leitung von Pavel Brochin die Aufführung zweier selten präsentierter Beethoven-Werke. Musikliebhaber aus der ganzen Region sollen bei dem Freiluftkonzert am 16. August in der Chorruine Heisterbach auf ihre Kosten kommen, wenn dort rund 100 Sänger, 40 Orchestermusiker und drei Solisten auf der Bühne stehen. Auch auf Schloss Drachenburg ist Beethoven ein Thema: Werke Telemanns, der Bach-Söhne, Haydns und natürlich Beethovens stehen am 30. August auf dem Spielplan des EFO-Barockorchesters. Es moderiert Norbert Alich.

Tanzen: Mehr als 100 Schüler aus vier Bad Honnefer Schulen werden sich 2020 an eine eigene Interpretation der späten Streichquartette Beethovens wagen. Und zwar auf tänzerische Art und Weise: Über vier Monate läuft das edukative Tanzprojekt „Beethoven hoch 4“ unter Leitung der Choreografin Anna-Lu Masch und begleitet von acht Profitänzern, einem Live-Streichquartett und einem DJ. Aufgeführt wird das Stück zwischen dem 14. und 17. Juni in einem eigens errichteten Zirkuszelt auf der Insel Grafenwerth. Zugleich ist es die Auftaktveranstaltung für Bad Honnefs Beethoven Festwoche.

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