Neue Ausstellung im Brückenhofmuseum: Weinbau in Oberdollendorf ist das Thema

Neue Ausstellung im Brückenhofmuseum : Weinbau in Oberdollendorf ist das Thema

Die Sanierung des Heimatmuseums in Oberdollendorf ist abgeschlossen. Ab Sonntag ist die neue Ausstellung im Brückenhofmuseum zu sehen, die sich mit dem Weinbau in Oberdollendorf beschäftigt.

Haben Sie das Museum nun komplett auf den Kopf gestellt?

Peter Wilhelm Kummerhoff: Nein. Unsere Küche und die Schuhmacherwerkstatt als Zeitzeugen des Lebens unserer Vorfahren bleiben. Da hängt noch immer Omas Wäsche zum Trocknen über dem Herd und der Schuster könnte sofort mit dem Besohlen der Schuhe beginnen. Geblieben ist natürlich auch unser Bilderraum mit 300 Aufnahmen und rund 6 000 identifizierten Personen. Aber bereits im Erdgeschoss hat sich etwas geändert. Im ehemaligen Shop liegen jetzt unsere Publikationen aus; den Verkaufsraum haben wir in das gegenüberliegende Zimmer verlegt.

Der Heimatverein bietet auch dem kleinen jüdischen Lehrhaus Oberkassel eine Heimat?

Kummerhoff: Dieses kleine Museum in Oberkassel musste vor einem Jahr wegen Brandschutzauflagen schließen. Gabriele Wasser fand in Oberkassel keine geeignete Bleibe und erhält nun bei uns einen Raum, in dem von ihr gestaltete Wechselausstellungen mit Stücken aus ihrer Sammlung zur jüdischen Geschichte der Region gezeigt werden. Dann werden beispielsweise Dokumente wie die Urkunde des Kurfürsten Joseph-Clemens zum Schutz der Juden aus dem Jahr 1700, eine Thorarolle vom Ende des 19. Jahrhunderts oder auch ein Modell der zerstörten Oberdollendorfer Synagoge zu entdecken sein. Auf das Weingut Sülz wird verwiesen, das eine Zeit lang, ab 1857, dem jüdischen Kaufmann David Cahn gehörte. Koscherer Wein wird präsentiert. Das spielt in ein weiteres Kapitel dieser neuen Ausstellung hinein.

Inwiefern?

Kummerhoff: Wir haben eine Ausstellung speziell zum Weinbau ganz neu aufgebaut. Das fing ja schon mit Noah an, der als der erste Winzer gilt. Im ersten Buch Mose heißt es: „Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte einen Weinberg.“ Wir können beim Weinbau aus einem großen Fundus unserer Mitglieder schöpfen. Von Josef Blöser erhielten wir viele Tipps und Stücke wie zum Beispiel alte Geschäftsbücher der Kooperative der Winzer, die es früher in Oberdollendorf gegeben hat. Karl Schumacher war dem Vorstand eine große Stütze. Wir fangen mit den Zisterziensern an. Ihr Weingut Sülz war der zentrale Platz zum Abliefern der Trauben, war Kelterstation. Der Besucher erfährt, nach welchen Richtlinien früher Wein angebaut und behandelt wurde. Sie wurden beim Konvent der Zisterzienser in Cîteaux festgelegt. Wir zeigen auch eine Weinglasausstellung mit 90 Gläsern aus mehreren Jahrhunderten. Eine alte Flasche aus dem Bungertshof von Familie Gratzfeld ist zu sehen. Es wird spannend.

Und Sie feiern das 25-jährige Bestehen des Brückenhofmuseums?

Kummerhoff: Ja, das passt ja auch gut zum Jubiläumsjahr 2016, in dem wir das 1050-jährige Bestehen von Dollendorf begangen haben und nun das Silberjubiläum feiern. Allein der Brückenhof, ein Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert, als Heimstatt unseres Heimatmuseums ist ja schon einen Besuch wert. Zumal es jetzt nach der Restaurierung besonders hübsch herausgeputzt ist.

Die Eröffnung der neuen Ausstellung im Brückenhofmuseum findet am Sonntag, 9. Oktober, 15 Uhr statt. An jedem ersten und zweiten Sonntag ist das Museum ab 14.30 Uhr geöffnet.

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