Bungertshof in Oberdollendorf: Vom Putz befreit - Neueröffnung in einem halben Jahr

Bungertshof in Oberdollendorf : Vom Putz befreit - Neueröffnung in einem halben Jahr

Noch ein halbes Jahr Bauzeit, dann soll der Bungertshof nach dreieinhalb Jahren wieder Gäste bewirten. Nicht nur gastronomisch dürfte Oberdollendorf profitieren. Auch das historische Erscheinungsbild des 1444 erstmals erwähnten Hofes wurde wiederhergestellt und bereichert das Ortsbild.

Vor zwei Jahren hat der neue Eigentümer Andreas Lelke mit der Sanierung begonnen. Die damals komplett verputzte Fassade befreiten Arbeiter von ihrem Korsett. Im von der Heisterbacher Straße aus gesehen linken Gebäudeteil wurde das Fachwerk freigelegt, mit Lehmziegeln gefüllt und zwischen dem Gefache neu verputzt. Im rechten Teil kamen die Ziegelsteine wieder zum Vorschein.

Dabei wurde das historische Aussehen zum Teil anhand alter Zeichnungen und in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde rekonstruiert. Eine anspruchsvolle Aufgabe für den Königswinterer Architekten Markus Würker und den auf die Restaurierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisierten Bad Honnefer Frank Grabow.

Rund die Hälfte des alten Fachwerks war kaputt und musste durch neues Holz ersetzt werden. Immer wieder tauchten bei der Sanierung Überraschungen auf. Der Dachstuhl des rechten Gebäudes etwa musste komplett erneuert werden. Eine Wand war komplett feucht und musste bis unter das Fundament ausgeschachtet werden.

"Ich kannte das ja von der Weinmühle. Damals haben wir dreieinhalb Jahre gebraucht. Wenn wir in einem halben Jahr fertig sind, wären es dieses Mal nur zweieinhalb Jahre. Und der Bungertshof ist viel größer", sagt Lelke.

Auch im Inneren bleibt fast nichts so, wie es unter den vorherigen Pächtern der Familie Gratzfeld war. Nach 260 Jahren im Familienbesitz hatte Lelke den Bungertshof im Sommer 2012 erworben. Aus den zwei Räumen rechts neben dem Eingang wird ein großer Saal, in dem künftig weiter Veranstaltungen möglich sein sollen.

Dort, wie auch links vom Eingang, wo sich früher die kleine Schankstube befand, ist Gastronomie vorgesehen. Dabei wurde die Schankstube zum Teil um die Fläche erweitert, auf der der alte Eigentümer gewohnt hatte. In diesem Gebäudeteil befindet sich auch die neue große Küche. Im Obergeschoss, wo sich mehrere lange nicht mehr genutzte Hotelzimmer befanden, wurde der frühere Saal wiederhergestellt. Auch hier soll künftig gegessen werden - mit Blick auf die Weinberge.

Das gilt ebenso für den großen Garten, der von einer neu angelegten Bruchsteinmauer umgeben wird und auch ein Biergarten sein könnte. "Ich will dem neuen Betreiber keine Vorschriften machen. Aber der Bungertshof soll schon weinlastig werden", sagt Lelke. Er geht davon aus, dass 80 Prozent der Gäste, die Oberdollendorf besuchen, wegen des Weins dorthin kommen. Vorgesorgt hat er. Unter dem "Weingarten" wurde ein Weinkeller angelegt. Dazu kommt ein neuer Zugang von der Bachstraße aus - eigens, um den Rebsaft anzuliefern.

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