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Wettkampf "RoboCup Junior" des CJD: Vom Fußball bis zur Tanzeinlage

Wettkampf "RoboCup Junior" des CJD : Vom Fußball bis zur Tanzeinlage

250 Schüler aus ganz Deutschland messen beim „RoboCup Junior“ in der Hochschule Bonn Rhein-Sieg in Sankt Augustin die Fähigkeiten ihrer Roboter. Organisiert hatte die Veranstaltung das CJD in Königswinter.

Es surrt und summt. Dann ertönt ein Pfiff. Anstoß und los geht's. Der Feldspieler schiebt den Ball an. Der Gegner ist zur Stelle, ergattert den Ball und bleibt am Torpfosten hängen. Ein normales Fußballspiel, könnte man meinen. Was sich in der Mensa der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin abspielt, ist aber kein normaler Kick. Hier treten Roboter gegeneinander an, keine 30 Zentimeter groß und weniger als drei Kilo schwer.

„Noch zu schwer“, sagt Aaron Krahl kritisch. Der Elftklässler ist einer von vielen Schülern, die am Wochenende in die Hochschule gekommen sind, um ihre Roboter im Wettbewerb antreten zu lassen. Den Torwart und den Feldspieler, mit denen Aaron und sein Team von der Jugenddorf Christophorusschule (CJD) Königswinter in der Kategorie „2 gegen 2 Open League“ antreten, sind selbst konstruiert, gebaut und programmiert. Eine Kamera und die Sensorik ermöglichen es ihnen, den Ball und die Spielfeldlinien zu erkennen.

Das Gymnasium in Königswinter hat den fünften „RoboCup Junior“ in Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Sieg organisiert. Wer sich hier durchsetzt, ist für die Deutsche Meisterschaft im RoboCup Ende April in Magdeburg qualifiziert. Die Konkurrenz ist groß: Mehr als 250 Schüler aus ganz Deutschland nehmen teil.

Aaron ist nach dem Spiel mit zwei Halbzeiten à fünf Minuten trotz knapper Niederlage zufrieden: „Ich hätte eine höhere Niederlage erwartet. Der Torwart hat die Linien nicht ordentlich erkannt.“ Eine Stunde hat sein Team nun Zeit, um die Sensorik zu überprüfen und ein abgefallenes Rad wieder anzuschrauben. Am Ende reicht es nicht für Aaron: Mit einem vierten Platz verpasst sein Team knapp das Ticket nach Magdeburg.

Anders als in den Anfängerligen, die nur Legobauteile verwenden, bauen die fortgeschrittenen Schüler ihre Roboter aus Komponenten, die auch in der Industrie Verwendung finden. Herangeführt an das Thema werden sie durch Robotik-AGs in der Schule. Das Ziel des Wettbewerbs ist, junge Menschen für Informatik und Technik zu begeistern.

Das Engagement der Schüler geht häufig über die Arbeitsgemeinschaften einmal in der Woche hinaus. Aaron arbeitet an Schultagen zwei bis drei Stunden an den Robotern, am Wochenende mehr. „Mir macht das einfach Spaß, und die Wettbewerbe spornen natürlich an“, sagt er. Für den 16-Jährigen steht jetzt schon fest, dass er nach dem Abitur Ingenieurwesen oder Elektronik studieren möchte.

Es sind aber nicht nur die männlichen Schüler, die sich den Robotern mit Begeisterung widmen. Leonie Victoria Schieritz, die die achte Klasse des CJD besucht, testet wenige Meter neben den Fußball-Robotern ihren „Lebensretter“. In diesem „Rescue Race“ müssen die Roboter autonom durch ein Labyrinth fahren, Hindernisse überwinden und Wärmeopfer, sogenannte „Victims“, erkennen.

Fahrt-, Licht- und Wärmesensoren sowie die Motorsteuerung hat die 14-Jährige mit ihren Teamkollegen selbst eingebaut. „Ich möchte später eher in den medizinischen Bereich, aber auch da ist es ja nicht schlecht, technische Kenntnisse zu haben“, erzählt sie.

Im Audimax findet zeitgleich ein geräuschvollerer Wettbewerb statt: Die Roboter sind so programmiert, dass sie sich zu Musik und Filmausschnitten bewegen und so eine Geschichte erzählen. Fußball spielen, Leben retten oder rhythmisch tanzen – es gibt wohl kaum etwas, an das sich die technikbegeisterten Schüler nicht heranwagen.