"Viele gehen ihren eigenen Weg"

Arbeiten für Jugendkunstpreis 2004 zeigen durchweg hohes Niveau - Bilder der Preisträgerin Sarah-Jane Hoffmann dennoch herausragend - Kleid aus Krawatten und Lampe aus Joghurtbechern

Kleine filigrane Arbeiten hängen dieser Tage im Künstlerforum neben großflächigen Gemälden, reduzierte Schwarzweiß-Fotografien neben wuchtigen Leinwänden mit viel Farbeinsatz und dickem Pinselstrich: Äußerst vielfältig sind die Werke, die Schüler aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis für den Jugendkunstpreis 2004 eingereicht haben. Und nicht nur das: "Ich war überrascht von dem hohen Niveau der Arbeiten", so der stellvertretende Direktor des Kunstmuseums, Christoph Schreier, bei der Preisverleihung.

Zum siebten Mal hat der Berufsverband Bildender Künstler (BBK) den mit 500 Euro dotierten Jugendkunstpreis verliehen. Insgesamt 43 Schüler hatten ihre Werke eingereicht, 20 davon wurden bei der Preisverleihung mit Bürgermeister Wolfgang Hürter und Herbert Spang vom BBK der Öffentlichkeit vorgestellt.

Als Jurymitglied freue er sich besonders über Arbeiten, hinter denen man die Aufgabenstellung des Lehrers nicht mehr erkennt, erklärte Schreier. "Man merkt, dass manche versuchen ihren eigenen Weg zu gehen."

Trotz des durchweg hohen Niveaus einigte sich die Jury einstimmig auf Sarah-Jane Hoffmann aus Königswinter als neue Preisträgerin. Vier Bilder hatte die Abiturientin der Jugenddorf-Christophorusschule eingereicht, Werke, die sich sowohl in der Motivwahl als auch in der Maltechnik stark unterscheiden.

Wie es zu diesen sehr unterschiedlichen Arbeiten kommt? "Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich meinen Stil noch nicht gefunden habe", meinte die neue Preisträgerin.

Die Jury jedenfalls war angetan von der Bandbreite ihres Könnens: "Ihre Bilder bestechen durch handwerkliche Perfektion. Sie kann realistisch malen aber auch souverän mit Farben und Formen umgehen."

Mit Pinsel und Farbe hat Karla Krauß nicht viel am Hut, dafür aber mit den verschiedensten Alltagsgegenständen. So präsentierte sie ein handgenähtes Kleid aus lauter Krawatten oder eine aus 204 Joghurtbechern bestehende Kugellampe.

"Sie sieht in gewöhnlichen Gegenständen etwas Besonderes", lobte Schreier die ungewöhnliche Kunst. Da der Jugendkunstpreis nicht teilbar ist, erhielt sie eine Anerkennungsurkunde.