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Glaskubus auf dem Drachenfels: Viel gegenseitiges Lob bei der Eröffnung

Glaskubus auf dem Drachenfels : Viel gegenseitiges Lob bei der Eröffnung

Zur Einweihung gibt es Geschenke: Regierungspräsidentin Gisela Walsken hatte am Freitag für Bürgermeister Peter Wirtz einen Scheck über 3.575.499 Euro zur Eröffnung des Glaskubus auf dem Drachenfels mitgebracht. Der Förderbescheid ist bestimmt für die paar kleineren Baustellen, die es auf dem Plateau noch gibt, und für weitere Regionale-Projekte wie die Aufwertung des Eselsweges und des Bahnhofsvorplatzes in der Altstadt.

"Königswinter soll an seine Zeit als Touristenattraktion anknüpfen nach dem Rückgang in den 80er und 90er Jahren", so Walsken.

Geredet wurde viel an diesem Tag, mancher machte es kurz, mancher auch länger. NRW-Bauminister Michael Groschek musste schnell zurück nach Düsseldorf, weil wegen eines Risses in der Leverkusener Autobahnbrücke über den Rhein sein Krisenmanagement gefragt war. Immerhin erzählte er den geladenen Gästen noch von seinen Kindheitserinnerungen an den Drachenfels.

Die bewegten auch Reimar Molitor, den Geschäftsführer der Regionale 2010 Agentur, ohne die es die Neugestaltung des Plateaus nicht gegeben hätte. Er hatte seine Mutter mitgebracht, weil er als Kind mt ihr auf dem Berg gewesen war. Er persönlich habe sich über kein Regionale-Projekt in der Region so gefreut. Peter Wirtz meinte: "Hier werden historische Ketten geschaffen. Erlebnisse wie auf dem Drachenfels werden wie ein Staffelstab an die Kinder und Enkelkinder weitergegeben."

[kein Linktext vorhanden]Fast alle Redner hoben hervor, dass es sich bei der Neugestaltung um ein Gemeinschaftswerk handelt. Wirtz: "An dieser Baustelle kann man ablesen, wie gut Zusammenarbeit funktioniert, wenn alle das wollen."

Der Drachenfels sei unheimlich wichtig für den Tourismus in der Stadt. Davon ist auch Molitor überzeugt. Königswinter werde enorm von der Regionale profitieren, was sich die Stadt aber auch mehr als verdient habe: "Eine Stadt, die sich ein solches Mammutprojekt aufhalst, gibt es in der ganzen Region nicht noch einmal." Pathetisch meinte er: "Die Stadt Königswinter hat ein Stück Deutschland aufgeräumt."

Landrat Frithjof Kühn erinnerte daran, dass es bei aller Freude über den Drachenfels ja auch noch das Thema Altstadtsanierung gebe: "Man sollte nicht über die Altstadt jammern, sondern froh über das sein, was schon passiert ist. Ich bitte um Geduld, dass auch in die Altstadt das Licht kommt, das jeder sich hier wünscht." Was auf dem Drachenfels geschehen sei, sei "ein kleines Wunder".

Auch der Vogelschutz war natürlich ein Thema, weil die Streifen auf der Glasfassade ja auch nicht zu übersehen waren. "Wäre ich ein Vogel, würde ich immer einen respektvollen Bogen um dieses Gebäude machen", sagte Groschek. Kühn sprach von einem "freien Blick für freie Bürger, wenn die Streifen mal weg sind". Bis der Rechtsstreit mit dem BUND beigelegt sei, könnten aber durchaus drei Jahre ins Land ziehen, sagte "Bauherr" Andreas Pätz. "Wer im Glashaus sitzt, sollte gut herausgucken können", meinte er. Pächter Hermann Nolden fiel der Vergleich mit einer beheizbaren Heckscheibe, Projektleiter Ägidius Strack der mit einer Voliere ein.

Blickfang für die Fotografen auf der Westterrasse, die mit ihrer großen Freifläche und dem grandiosen Blick auf die Ruine vielleicht der größte Gewinn der Neugestaltung ist, war Landtagsabgeordnete Andrea Milz mit ihrem Drachenfels-Hut der Honnefer Hutmacherin Hannelore Mertesacker. Erstmals hatte sie ihn bei ihrer Vereidigung im Landtag 2010 getragen, am Freitag zum zweiten Mal. Jetzt kommt das gute Stück ins Siebengebirgsmuseum.