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Siebengebirgsstraße: Thomasberger kämpfen seit Jahren für mehr Sicherheit

Siebengebirgsstraße : Thomasberger kämpfen seit Jahren für mehr Sicherheit

Seit vielen Jahren kämpfen die Thomasberger um die Verkehrssicherheit der Fußgänger, die die stark und oft viel zu schnell befahrene Siebengebirgsstraße überqueren müssen. Besonders für Kinder und alte Menschen ist das Passieren der Landesstraße gefährlich.

Jetzt unternimmt die Koalition von CDU, Grünen und FDP im Stadtrat einen neuen Vorstoß. Für die Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am Dienstag, 23. September, liegt ein Antrag vor, die Verwaltung mit geeigneten Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu beauftragen. Dies könnten zusätzliche Querungshilfen, Fußgängerampeln und/oder eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer im Bereich der gesamten Ortsdurchfahrt sein.

Die Kommunalpolitiker begründen den Antrag damit, dass die Einsehbarkeit auf der Straße durch ihren kurvenreichen Verlauf sehr eingeschränkt sei, nicht jedoch die Fahrzeuge zur Reduzierung der Geschwindigkeit zwinge. Im Gegenteil: Es werde häufig gerast. Kirche, Friedhof und Drachenkindergarten befänden sich auf der einen Seite der Straße, Rewe-Markt, das Rathaus mit der Bauverwaltung, Bankfilialen, Apotheke und weitere Geschäfte auf der anderen Seite.

Auf beiden Seiten der Siebengebirgsstraße gebe es zudem große Wohngebiete. Alles zusammengenommen würde dadurch ein häufiges Überqueren der Straße unvermeidlich.

Zwar handele es sich um eine Landesstraße (L 83) in der Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßenbau NRW, gleichwohl habe die Stadt die Pflicht, für die Sicherheit ihrer Bürger im öffentlichen Raum zu sorgen. "Es geht also nicht darum, welche formalen Zuständigkeiten bestehen, sondern einzig und allein darum, dass auch langsamere Bürger die Straße gefahrlos überqueren können", heißt es in der Antragsbegründung.

Gerade an diesen Zuständigkeiten sind verschiedene Anläufe in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. Im Januar 2011 kam die Verwaltung zu der Einschätzung, dass zwei Bürgeranträge für Fußgängerüberwege in Höhe der Mundorf-Tankstelle und der Kreissparkasse keine Aussicht auf Erfolg haben würden. Als Begründung wurde genannt, dass der städtische Bau- und Verkehrsausschuss dies bereits im November 2009 aufgrund fehlender Sichtweiten abgelehnt hatte.

Die vom Ausschuss stattdessen vorgeschlagene Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 hatten der Landesbetrieb und die Polizei damals ebenfalls abgelehnt. Auch das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises sah dafür "kein zwingendes Erfordernis". Eine die Anordnung rechtfertigende Gefahr für die Sicherheit sei nur anzunehmen, wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit Schadensfälle zu befürchten seien.

Streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Tempo 30 seien nur vor sozialen Einrichtungen wie Schulen und Altenheimen zulässig. Da es sich um eine Landesstraße mit regionaler Verkehrsbedeutung handele, sei "die Verkehrsflüssigkeit mit allen verfügbaren Mitteln aufrechtzuerhalten".

Kurz gefragt

Kurt Huber, CDU-Vertreter in Thomasberg, ergriff die Initiative für mehr Verkehrssicherheit an der Siebengebirgsstraße. Mit Kurt Huber sprach Hansjürgen Melzer.

Warum haben Sie die Siebengebirgsstraße wiederentdeckt?
Kurt Huber: Die Siebengebirgsstraße zu überqueren, ist gerade für langsame Fußgänger gefährlich. Ich habe das bei Wahlveranstaltungen und beim Bürgerverein als Wahlversprechen gegeben. Meine Fraktion, Grüne und FDP stehen voll hinter dem Antrag.

Was sollte sich aber an der ablehnenden Haltung der zuständigen Behörden geändert haben?
Huber: Die anstehende Erneuerung der Wasserleitung und der Fahrbahndecke wären eine gute Gelegenheit, Maßnahmen zu ergreifen. Wenn die Straße erst mal saniert ist, wird auf ihr schließlich noch schneller gefahren werden. Zum Vergleich: In Ittenbach gibt es zum Beispiel sechs Querungshilfen und zwei Ampelanlagen.

Ist der Verkehr dort aber nicht auch deutlich stärker?
Huber: Dafür ist die L 331 aber auch viel übersichtlicher und dadurch nicht so gefährlich.