Die Geschäftsführer packen selbst mit an: Spatenstich für Zera-Neubau in Oberpleis

Die Geschäftsführer packen selbst mit an : Spatenstich für Zera-Neubau in Oberpleis

Seit ihrer Gründung 1920 hat die Zähler-Eich-und-Reparatur-Anstalt - kurz: Zera - ihren Sitz in der Königswinterer Altstadt. Jetzt baut der Weltmarktführer in der Herstellung von Prüfgeräten einen neuen Firmensitz in Oberpleis. Umzugstermin ist voraussichtlich im Herbst 2019.

Die ein oder andere Windböe fegte am Nachmittag über die Baustelle an der Humboldtstraße, brachte den meterhohen Kran zum Schwingen und die Gläser auf den Stehtischen ins Rutschen. Der Feierstimmung tat das jedoch keinen Abbruch. Gemeinsam mit rund 100 Gästen – Mitarbeiter, Architekten, Investoren, Vertreter der Baufirmen und der Stadt – feierten die beiden Zera-Geschäftsführer, Rainer Otto und Horst Wächter, den offiziellen Baustart für das neue Betriebsgebäude in Oberpleis.

„Die meisten sind ja heute vor allem aus drei Gründen hier“, sagte Wächter bei seiner launigen Begrüßungsrede. „Sie fragen sich: Bauen die wirklich? Kann man auch in Oberpleis satt werden? Und können die beiden Geschäftsführer körperlich arbeiten?“ Grube und Baukran, Büffet und Getränke lieferten Antworten auf die ersten beiden Fragen. In Sachen Zupacken griffen neben Otto und Wächter dann auch gleich noch Helmut Monschau, Geschäftsführung Fertigung, Generalübernehmer Martin Nickel sowie Bürgermeister Peter Wirtz für den symbolischen ersten Spatenstich zu Bauhelm und Schaufel. „Es ist ein besonderer Moment für uns“, sagte Wächter.

Seit ihrer Gründung 1920 hat die Zähler-Eich-und-Reparatur-Anstalt – kurz: Zera – ihren Sitz mitten in der Königswinterer Altstadt. Zwischen Hauptstraße, Kellerstraße und Klotzstraße verteilen sich knapp 5000 Quadratmeter auf insgesamt sechs Gebäude. Das Unternehmen mit heute rund 120 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 17 Millionen Euro gilt als Weltmarktführer in der Herstellung von Prüfgeräten, zu den Kunden gehören Energieversorger, Prüflabore sowie Zähler- und Messwandlerhersteller. Neben dem Standort in Königswinter betreibt die Zera eine Fertigung und Niederlassung in Indien und arbeitet weltweit mit mehr als 80 Partnern zusammen. Seit 2001 befinden sich die Anteile des Unternehmens komplett in Mitarbeiterhand.

Neubau im Gewerbegebiet Krahfeld

Vor knapp zwei Jahren war die Entscheidung gefallen, im Gewerbegebiet Krahfeld neu zu bauen und den Firmensitz nach Oberpleis zu verlegen. „Wir fühlen uns zwar wohl in der Altstadt“, hatte Wächter damals dem General-Anzeiger gesagt. „Der Platz in unseren Gebäuden ist aber sehr gestückelt. Der Standort wird unseren logistischen Anforderungen nicht mehr gerecht.“ Beide Geschäftsführer dankten nun beim Baubeginn der Stadt Königswinter, der die Zera das Grundstück abgekauft hatte. „Die Stadt ist nicht ganz unschuldig daran, dass wir uns heute hier befinden“, so Wächter. „Hinter dem Traditionsunternehmen Zera bleibt auch zukünftig in dicken Buchstaben Königswinter stehen.“

Auf rund 9600 Quadratmetern entsteht an der Humboldtstraße das neue, zweigeschossige Betriebsgebäude mit grauer Aluminiumfassade. „Es ist ein absoluter High-Tech-Bau“, sagte Nickel, der als Generalübernehmer für den Bau verantwortlich ist; Bauherr ist die Zera. Das Besondere an der Kooperation ist, dass die Martin Nickel GmbH nach der Fertigstellung des Neubaus in Oberpleis die alten Zera-Gebäude in der Altstadt übernehmen wird Das Traditionsunternehmen Zera baut künftig in Oberpleis. Mit dem Rhöndorfer Unternehmer Jan Pritzkow hat sich Nickel zudem einen Architekten ins Boot geholt, der in Sachen Industriebau einiges an Erfahrung mitbringt.

Der Bau selbst hat eine Fläche von rund 5200 Quadratmetern, die sich auf 1400 Quadratmeter für Büros und 3800 Quadratmeter für die Produktion verteilen. Im Erdgeschoss finden sich künftig neben Produktion und Logistik auch Besprechungsräume und eine Mensa für die Mitarbeiter, in der ersten Etage neben Büros auch Besprechungsräume und eine Lounge. „Rund ein Jahr haben die Planungen in Anspruch genommen“, so Pritzkow, „da es vor allem für den Innenausbau der Produktionsstätten einiges zu berücksichtigen gab.“

In etwa drei Monaten, so schätzt er, wird der Rohbau stehen. „Dann allerdings folgen die sehr intensiven Arbeiten am Innenausbau.“ Läuft alles nach Plan, sollen der Bau im Herbst 2019 fertig sein und die Zera-Mitarbeiter ihr neues Domizil beziehen können.