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Gemeinsames Malen gibt Halt im Alltag: Sozialpsychatrisches Zentrum zeigt Werke im Königswinterer Rathaus

Gemeinsames Malen gibt Halt im Alltag : Sozialpsychatrisches Zentrum zeigt Werke im Königswinterer Rathaus

13 Künstler des Sozialpsychiatrischen Zentrums Eitorf/Siebengebirge zeigen ihre Werke im Königswinterer Rathaus. Die Bilder mit Titeln wie "Engel der Hoffnung" oder "Ausblick" geben Einblicke in die Gefühlswelt ihrer Urheber.

13 Künstler zeigen ihre Werke. Im Rathaus an der Drachenfelsstraße ist eine bunte Mischung zu sehen. Die Arbeiten tragen Titel wie „Der Engel der Hoffnung“, „Labyrinth“, „Ausblick“, „Meereswelten“ oder „Sie und Er“. Entstanden sind die sehenswerten Bilder in der Tagesstätte für psychisch erkrankte Menschen in Eitorf, in der Betroffene aus Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth, Windeck, Bad Honnef und Königswinter eine Anlaufstelle haben, soziale Kontakte pflegen und individuelle Förderung erfahren.

Die Gemeinschaft ist wichtig

Dieter Schimmel aus Königswinter war Anstreicher und Lackierer und hatte schon während seines Berufslebens viel mit Pinsel und Farbe zu tun. Und auch im künstlerischen Malen zeigt er beachtliche Fertigkeiten und Gespür und Verständnis für die Farbwahl. Einen Leuchtturm zeigt er in der Präsentation, eine Asiatin und einen Friedensvogel – die Taube mit Weltkugel. „Ich lasse mich von anderen Bildern inspirieren und habe eigene Intuitionen. Es macht Spaß, in der Gemeinschaft zu malen“, so Schimmel. Er hat die Aquarelltechnik gewählt. So wie auch Helga Decker aus Bad Honnef. Bunt sind die „Früchte des Lebens“, wie sie ihr Bild nennt, das Gemüse wie Auberginen und Früchte wie Zitronen zeigt. „Ich hole meine Anregungen auch beim Wandern in der Natur“, sagt sie. „Ich habe schon seit meiner Schulzeit gemalt und habe große Freude daran.“

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte"

Der neue Vize-Bürgermeister von Königswinter, Norbert Mahlberg, hatte seinen ersten offiziellen Auftritt in seinem Amt, und sagte: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Die Künstler hätten ihre Gefühle in den Werken deutlich gemacht. Er betonte, dass es Mut benötige, sich dem Blick der Öffentlichkeit zu stellen. „Gut, dass Sie sich getraut haben und uns erfreuen.“ Die Kreativ- und Beschäftigungsangebote gehören ebenso wie Kochen, Konzentrations- oder PC-Training oder Gesprächsgruppen zum Angebot der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ), das vom Awo-Kreisverband getragen wird.

Klienten finden zu sich selbst

SPZ-Leiter Gerd Weisel: „Malen hilft den Klienten, Probleme zu verarbeiten und zu sich selbst zu finden.“ Wie sehr das Malen Halt im Alltag gibt, legte Künstlerin und Mitglied des Sprecherteams der Einrichtung, Britta Marenbach, dar. Christos Zacharias, künstlerischer Leiter der Einrichtung, berichtete, dass dieses Angebot seit 2011 beim SPZ besteht und hob die Bedeutung dieser Aktivitäten heraus.

Die SPZ-Kontakt- und Beratungsstelle kann jeden Dienstag, 14 bis 17 Uhr, im Awo-Second-Hand-Laden, Hauptstraße 109, kontaktiert werden.