Schulzentrum Oberpleis: So war der Präventionstag „Jugend ohne Alkohol“

Schulzentrum Oberpleis : So war der Präventionstag „Jugend ohne Alkohol“

Erst war es hin und wieder ein Gläschen, dann eine ganze Flasche, „damit es mir gut ging“, und irgendwann hat er den Tag ohne Alkohol nicht mehr ausgehalten. Es ist mucksmäuschen still, als der ehemalige Alkoholiker den Schülern der siebten und achten Klassen beim Präventionstag „Jugend ohne Alkohol“ im Schulzentrum Oberpleis erzählt, wie schnell aus „Ausprobieren“ Abhängigkeit wird.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, hatten das Gymnasium am Oelberg und die Integrative Gesamtschule Oberpleis in Zusammenarbeit mit der Katholischen Jugendagentur Bonn, der Stadt Königswinter und dem ehemaligen Inhaber des Rewe-Marktes, Udo Schäfer, zum Präventionstag unter dem Motto „Klare Birne“ eingeladen. Rund 600 Schüler nutzten am Dienstag und Mittwoch die Gelegenheit, sich bei der Mitmach-Ausstellung über Alkoholkonsum und seine Folgen sowie über Cybermobbing im Internet und Gefahren beim Chatten zu informieren.

„Mir ist schon ganz schwummrig“. Maya schwankt von rechts nach links, die Füße wollen einfach nicht geradeaus laufen. Auch das Abschreiben einer Nummer aus dem Telefonbuch ist eine Herausforderung, kaum schafft sie es, die Zahlen zu entziffern: „Die sind total verschwommen“. Kein Wunder, bei 1,3 Promille. Zum Glück hat die Schülerin aber nicht wirklich zu tief ins Glas geschaut – eine Promillebrille macht's möglich.

Mit ihr können Jugendliche am eigenen Leib erfahren, wie sehr Alkohol die Sinne vernebelt. Zusätzlich erläutert Adrian Kerschgans am Stand der „Peers“ der Realschule Oberpleis, wie schnell man sich 1,3 Promille zusammengetrunken hat: „Drei Gläser Wein oder fünf Kölsch reichen aus.“ „Es ist gut, dass schon so früh angefangen wird, den Jugendlichen die Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum vor Augen zu führen. Viele sind sich der Gefahren nicht bewusst“, betont Jürgen Kleinke vom Polizeipräsidium Bonn.

Zuhörer aufmerksam bei der Sache

Mit seiner Kollegin und Iris Kyrion zeigt er den Schülern unter anderem auf, wie sehr das Unfallrisiko nach dem Konsum von Rauschmitteln steigt: „Allein bei 0,4 Promille erhöht sich das Unfallrisiko um 100 Prozent. Zwei Gläser weiter vervierfacht es sich . Bei 1,5 Promille ist der Unfall dann eigentlich vorprogrammiert.“

Die nachgestellte Unfallszene mit Polizeimarkierungen und Blutflecken auf dem Boden stimmt viele Schüler nachdenklich, vor allem, da das demolierte Fahrrad auf dem Boden ein echtes „Unfallrad“ ist. Kleinke und Kyrion freuen sich, dass ihre jungen Zuhörer durchweg aufmerksam bei der Sache sind: „Das haben wir so selten erlebt.“

Nach Ansicht von Jugendpfleger Stefan Schmied ist dies auch dem Konzept der Gesamtveranstaltung zu verdanken: „Die Mischung macht's - die unterschiedlichen Wege und Möglichkeiten, wie sich die Kinder dem Thema nähern können.“ So konnten die jungen Leute zum Beispiel an der Null-Promille-Bar des Haus der Jugend testen, dass es auch ohne Alkohol geht.

Mit einem Becher alkoholfreier Pina Colada in der Hand sprachen sie mit Mitarbeiter Norbert Lehr über ihre Erfahrungen mit Alkohol. „Mein großer Bruder trinkt ganz gerne mal so was 20-Prozentiges mit Cola gemixt. Aber der ist kein Alkoholiker“, erzählt ein Schüler. „Was wäre denn in euren Augen zu viel?“, möchte Lehr wissen. Die jungen Leute sind sich schnell einig: „Ein Glas ist noch okay, auf einer Party oder so, aber ab drei ist es definitiv zu viel.“

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