Indianer-Camp beim Schwalbenhof: So war der Ferienspaß in Heisterbacherrott

Indianer-Camp beim Schwalbenhof : So war der Ferienspaß in Heisterbacherrott

Der "Schwalbenhof" in Heisterbacherrott war eine Station beim Ferienspaß in Königswinter. Die Kinder konnten mit Pferden ausreiten, Tipis bauen und Stockbrot essen. Auf dem umgebauten Bauernhof gab es einiges zu erleben.

Es ist 11 Uhr am Vormittag und die Ponys sind gesattelt. Außerdem mit Federn in der Mähne geschmückt, mit Handabdrücken auf dem Fell verziert und mit ein bisschen Farbe um die Augen herausgeputzt. Die Ponys, insgesamt 15 Jungen und Mädchen sowie fünf ehrenamtliche Betreuer sind bereit für das Indianer-Camp, das an diesem Tag bei der „Spiel- & Spaß-Insel“ in Heisterbacherrott auf dem Programm steht.

Mehr als 60 Kinder – aufgeteilt in drei Gruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten – nehmen in dieser Woche an der Ferienaktion teil. Deren Organisation hat für die letzten beiden Wochen der Sommerferien die Katholischen Jugendagentur Bonn, Dachverband der Jugendfreizeitstätten und Häuser der Jugend, übernommen.

Das Indianer-Camp auf dem Schwalbenhof samt Ausritt, Tipi-Bau und Stockbrot, sind eine Premiere beim „Ferienspaß“. Eigentlich war es mehr ein Zufall, der Jugendpfleger Stefan Schmied und Norbert Lehr, Pädagogischer Leiter der Häuser der Jugend Königswinter, vor einigen Wochen zum Reithof der Familie Leuwer nach Heisterbacherrott führte.

„Wir wollten uns dort ein paar Örtlichkeiten anschauen und standen plötzlich vor dem Schwalbenhof“, erinnert sich Schmied. Und schnell war beiden klar: Ein Tag mit Ponys wäre ein perfekter Programmpunkt bei der „Spiel & Spaß-Insel“, die in der vergangenen Woche im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Heisterbacherrott ihren Dreh- und Angelpunkt hatte. „Eine Räumlichkeit, die wir kostenfrei nutzen dürfen – auch dank der Unterstützung von Pfarrerin Pia Haase-Schlie und Christine Hammer“, wie Lehr betont.

Voller Erfolg - nicht nur bei den Mädchen

Umgehend unterstützt hatte auch Gabi Leuwer, deren Familie seit knapp 40 Jahren auf dem umgebauten Bauernhof zu Hause ist, die Idee. Ihre Schwiegertochter in spe, Amber Wicharz, hatte sich just in diesem Sommer selbstständig gemacht und bietet seitdem auf dem Reithof Programme und Aktionen für Kinder an, bei denen „Tiere, Natur und Wetter im Mittelpunkt stehen“, wie die 25-Jährige sagt. Sie ist es auch, die an diesem Vormittag das Signal zum Aufbruch für die Kindertruppe gibt.

„Riech' mal an meinem Helm“, fordert ein kleiner Knirps. Und hält seinen Kopf Jessi Bröhl unter die Nase. „Riecht nach.... Pferd?“, fragt die 22-Jährige, lächelt und ruckelt noch einmal fachmännisch an der Kopfbedeckung. Zum zweiten Mal ist Bröhl als Betreuerin bei der Ferienaktion in Königswinter dabei – „und es macht immer noch großen Spaß“, wie sie sagt.

Nach einem Ausflug ins Lemmerzbad und einem Aktionstag beim TuS Oberpleis sei auch das Indianer-Camp natürlich ein „voller Erfolg“, wie sie sagt, „und zwar nicht nur bei den Mädchen“. Motiviert und kreativ seien die Sechs- bis 14-Jährigen. „Und außerdem haben wir bei einer 15-köpfigen Gruppe ja auch jede Menge Zeit, um Dinge zu erklären.“

Betreuer leisten tolle Arbeit

Seit 8 Uhr morgens ist Bröhl gemeinsam mit den anderen Betreuern im Einsatz. Die meisten Kinder werden am frühen Nachmittag abgeholt, einige bleiben auch bis zum Ende des Programms um 17 Uhr. „Danach räumen wir auf und reflektieren noch einmal, was alles am Tag passiert ist“, sagt Jana Kretschmer, die gerade ihren 18. Geburtstag gefeiert hat. Lehr findet für das Betreuerteam da nur lobende Worte: „Viele, die heute als Betreuer mit dabei sind, haben die Ferienaktionen früher als Kinder selbst mitgemacht“, sagt er.

„Sie opfern einen Teil ihrer Ferien, erhalten dafür 'nur' die Ehrenamtspauschale und sind dennoch voller Herzblut mit dabei.“ Das gilt auch für die 17-jährige Amal Bouchnari, die in Heisterbacherrott ihre Premiere als Betreuerin hat. „Total cool und witzig“, lautet ihr Urteil über die Arbeit mit den Kindern. Und hat gleich noch eine Verlängerung angehängt: In der letzten Ferienwoche ist sie bei der „Fußball-Insel“ im Betreuerteam dabei.

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