Salon-Ensemble lässt die Korken knallen: So war das Neujahrskonzert im Grandhotel Petersberg

Salon-Ensemble lässt die Korken knallen : So war das Neujahrskonzert im Grandhotel Petersberg

Das Ensemble Petersberg ließ es krachen beim Neujahrskonzert im Steigenberger Grandhotel Petersberg. Was der Genießer meidet, ist in der Musik erwünscht, jedenfalls beim „Champagner-Galopp“ von Hans Christian Lumbye. Da ist der knallende Korken ein Muss.

Mit diesem Titel des dänischen Komponisten, auch Strauß des Nordens genannt, endete das Programm „Champagner-Pralinés“. Und dabei „entkorkte“ Thomas Bungart, für Percussion in dem Salon-Ensemble zuständig, die Flaschen lautstark.

Ohne Zugaben ließ das Publikum die Musiker freilich nicht ziehen. Mit „Sleigh Ride“ und „Blue Tango“ von Leroy Anderson setzte das Orchester, das seit der Jahrtausendwende in der Rotunde des Grandhotels Petersberg hoch über dem Rhein das neue Jahr begrüßt, so wie die Wiener Philharmoniker in der Donau-Metropole, noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Ein beschwingter Auftakt ins Jahr 2019 mit rund 350 Besuchern, darunter zahlreichen Stammgästen, für die das Konzert längst genauso zum Jahresauftakt gehört wie ein Glas Champagner. Petersberg bleibt Petersberg!

Mit der schnellen Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß bewiesen die Akteure des Ensembles gleich zu Beginn wieder einmal, dass sie auch das beschwingte Genre, das gerade nach höchster Profession verlangt, spielend beherrschen. Maria Kapuscinska, tonangebend als Erste Violine, Alexander Dauth, Violine obligat, Michael Wolf, Klarinette, Manfred Ozimek, Kontrabass, Thomas Bungart, Schlagzeug, sowie Edgar Zens am Klavier begeisterten das Publikum. Günther Godersky führte kundig und episodenreich durch das Programm.

Mit dem Satz „Vielleicht wird sie ja doch Tänzerin“ interpretierte er die Leistungen der erst elfjährigen Ballerina Luise Langer; sie hatte seine Frage nach ihrem Berufswunsch nämlich klar beschieden: „Ich will Jura studieren.“ Vielleicht überlegt sie es sich doch noch anders, der Beifall dürfte jedenfalls Ansporn sein.

Die junge Tänzerin verzauberte zu „Du und Du“ und bewegte sich elegant bei „Cubanita“ von Harry Theis und dem „Barcarole“ aus Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach. Der Vater der Operette, der 1819 in Köln geboren wurde, beschäftigt das Ensembles derzeit ohnehin. Die Musiker werden im April eine Veranstaltung des renommierten Heimatvereins Alt-Köln anlässlich des 200-jährigen Geburtstages von Offenbach gestalten.

Dieses Konzert war auch eine Reise um die Welt. „Veroneser Ständchen“, „Spanisches Blut“ und „Andalusischer Tanz“ von Gerhard Winkler, berühmt wegen seiner „Capri-Fischer“, waren zu hören, ebenso „Rumänisch“ und „Russisch“ von Jo Knümann, der „Luxemburg-Walzer“ von Franz Lehár und das von Edgar Zens arrangierte Medley „Rudolphs White Christmas Wonderland“. Mit „El Choclo“, dem Meisterwerk von Ángel Villoldo, stand auch ein Tango auf dem Programm. Und ohne ein musikalisches Praliné von Komponist Fritz Kreisler wäre ein Neujahrskonzert fast undenkbar – spritzig-süß, wie jedes Jahr.

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