So gesehen: Sirene statt Maibaum in Heisterbacherrott

So gesehen : Sirene statt Maibaum in Heisterbacherrott

Wohin mit dem Dorfmaibaum, wenn ein Sirenenmast ihm seinen angestammten Platz streitig macht? Vor dieser Frage stehen die Junggesellen in Heisterbacherrott. GA-Redakteur Hansjürgen Melzer kann ihre Klage verstehen.

Da haben die Junggesellen vom Verein Frohsinn Heisterbacherrott 1896 seit einigen Jahren den alten Brauch wiederbelebt, im Ort einen Maibaum aufzustellen. Und schon endet die Tradition wieder.

Das Problem, das sich den jungen Männern im wahrsten Sinne des Wortes in den Weg stellt, ist der 16 Meter hohe Teleskopmast, auf dem seit Oktober eine Sirene montiert ist, um das Warnsignal in einem Radius von 650 Metern zu verbreiten.

Die Junggesellen können nun, so klagen sie, den Maibaum nicht mehr sicher in die Baumhalterung stellen, ohne die Signaleinrichtung zu beschädigen. Der Verein bedauert dies sehr. Man sei bemüht, zusammen mit der Stadt Königswinter eine Lösung zu finden, heißt es. Als Ersatz haben die Junggesellen den Dorfplatz mit Maien, also Birkenzweigen, geschmückt.

Außerdem haben sie zusammen mit dem befreundeten Maiclub Thomasberg den Maibaum für den Nachbarort auf dem Parkplatz an der Oberen Straße geholt und gemeinsam aufgestellt. Der Maiclub und die Junggesellen wollen auch an diesem Dienstag in Thomasberg gemeinsam in den Mai tanzen.

Das hätte es früher nicht gegeben, dass Strücher und Leddeköpp gemeinsame Sache machen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Geschehnisse vom Vorjahr nicht wiederholen. Damals hatte es einen feigen Anschlag auf den Thomasberger Maibaum gegeben.

Das Prachtexemplar wurde in der Nacht zum 30. April einfach abgesägt. Der Maiclub ließ sich nicht lumpen, denn wenige Stunden später stand ein neuer Maibaum an alter Stelle wie eine Eins.

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