Siebengebirge: VVS feiert 150-jähriges Jubiläum

Denkmäler zum Jubiläum restauriert : Verschönerungsverein für das Siebengebirge wird 150 Jahre alt

Zum 150-jährigen Bestehen lässt der Verschönerungsverein für das Siebengebirge die Denkmäler für die vier Männer aufpolieren, die das Siebengebirge vor dem weiteren Steinabbau und damit vor der Zerstörung bewahrten.

Sie waren die Pioniere des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS): Heinrich von Dechen, Berthold von Nasse, Joseph Humbroich und Bernhard Stütz. Als um 1870 die Gier nach Basaltstein das Siebengebirge völlig zu zerstören drohte, trugen sie maßgeblich dazu bei, durch den Kauf und die anschließende Stilllegung von Steinbrüchen Berge und Wälder zu retten.

Diesen Vätern des Naturschutzes im Siebengebirge zu Ehren wurden seinerzeit Denkmäler errichtet, denen der VVS nun ein „Facelifting“ spendiert hat. 22 000 Euro kostete die Restaurierung – sozusagen auch ein Geschenk zum eigenen 150. Geburtstag.

Der Öffentlichkeit übergeben

Die „Schönheits-OPs“ waren allerdings auch dringend notwendig, da vor allem die Witterung kräftig an den steinernen Denkmälern genagt hatte. Größtes Einzel-Projekt dabei war die Sanierung des Dechen-Denkmals am Kutschenweg, von dem man einen besonders schönen Blick über den Burghof und Schloss Drachenburg auf das Rheintal bis nach Bonn hat.

Am Montag wurde das Denkmal, stellvertretend für alle anderen, bei einem kleinen Festakt wieder der Öffentlichkeit übergeben. Bürgermeister Peter Wirtz und VVS-Vorsitzender Hans Peter Lindlar öffneten feierlich die rote Schleife, die Steinmetz Edmund Heller dem Bauwerk umgebunden hatte.

Berghauptmann Professor Heinrich von Dechen war von 1870 bis 1889 der erste Vorsitzende des VVS. Sein Denkmal hatte ganz besonders unter Witterungseinflüssen gelitten. Die Oberfläche war durch Wasser und Frost stark geschädigt worden, teils war sie bereits abgeplatzt oder es hatten sich große Hohlräume gebildet.

Allein 160 Stunden Arbeit am Dechen-Denkmal

Nicht alles Alte konnte ausgebessert werden. So mussten zum Beispiel die zerstörten Profile durch neuen Stein ersetzt werden. „Dafür mussten wir überhaupt erstmal Trachyt finden. Der wird ja heute gar nicht mehr abgebaut“, berichtete Heller.

160 Stunden Arbeit haben er und sein Sohn Max in die 13 500 Euro teure „Verjüngungskur“ investiert – in enger Zusammenarbeit mit der Bonner Restauratorin Manuela Prechtel. Das Bronzerelief mit dem Konterfei des Namensgebers wurde direkt vor Ort gepulvert, geputzt und gewachst. „Wir sind sehr zufrieden, dass das hier draußen so gut geklappt hat.“ Nun sei das Denkmal wieder schön. „Vergessen Sie es nicht“, mahnte Heller.

„Das 150. Jubiläum war es uns wert, die Denkmäler derer, die sich besondere Verdienste um das Siebengebirge erworben haben, wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen“, erklärte Lindlar. Es sei auch ein Geschenk für die Bürger und die Besucher des Siebengebirges. „Wir hoffen, dass vom Dechen-Denkmal auch ein Impuls in Richtung Burghof geht. Und dass in Zukunft vielleicht ein magisches Dreieck zwischen Denkmal, Burghof und Schloss entsteht.“

Bürgermeister Peter Wirtz dankte dem VVS ausdrücklich für die Denkmalpflege: „Wir erleben es leider immer wieder, dass zum Beispiel die alten, denkmalgeschützten Grabmäler auf den Friedhöfen vor sich hin gammeln, weil kein Geld da ist, sie zu sanieren.“ Er sei froh, dass dank des VVS auch in den nächsten Jahrzehnten daran erinnert werde, was die Urväter des Siebengebirges geleistet haben.

Erinnert wird daran aber nicht nur durch das Dechen-Denkmal am Kutschenweg. So stand die Bronzetafel für Bernhard Stütz – VVS-Vorsitzender von 1921 bis 1925 – an einem Ort, an dem sie wegen des neuen Wegeplans für das Siebengebirge nicht mehr erreichbar war. Die Tafel wurde daher zum Humbroichplatz am Westhang des Oelbergs verlegt, wo sie nun auf einem neuen Gedenkstein neben dem Denkmal für Joseph Humbroich steht.

Dieses hat einen neuen Stein bekommen, denn der alte war gerissen und bröckelte auseinander. Auch das Denkmal zu Ehren des ehemaligen Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Berthold von Nasse, ist überarbeitet worden. Von Nasse war als Rheinländer der erste auf dem hohen Dienstposten, der ein besonders engagierter Vertreter der Schutzinteressen für das Siebengebirge war und als Brückenbauer zu den Spitzen des deutschen Reiches fungierte.

Im Zusammenhang mit der Restaurierung der Denkmäler ließ der VVS auch die Brunnenanlagen an der Löwenburger Straße und am Wanderweg unterhalb des Forsthauses Lohrberg von der Steinmetzfirma Heller instandsetzen. Zudem wurde an der Besucherplattform am Weilberg eine neue Plakette zur Erinnerung an die Übergabe des Europadiploms an das Naturschutzgebiet Siebengebirge im Jahr 1971 angebracht.