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Weihnachtsfest des Bürgervereins Rauschendorf: Selbstgemachtes für die Renovierung der Kapelle

Weihnachtsfest des Bürgervereins Rauschendorf : Selbstgemachtes für die Renovierung der Kapelle

Von wegen "Leise rieselt der Schnee": In diesem Jahr war bei der Weihnachtsfeier des Bürgervereins Rauschendorf-Scheuren Nieselregen angesagt. Die vielen Dorfbewohner, die sich am Sonntagnachmittag auf dem Kapellplatz eingefunden hatten, ließen sich dennoch ihre Vorfreude auf die Feiertage nicht verderben.

Viel zu gut dufteten der Glühwein und die Plätzchen, die der Bürgerverein "für umsonst" servierte, viel zu schön klangen die Weihnachtslieder des MGV Gemütlichkeit und der Wölle Söck, und viel zu sehr gingen die kleinen Geschichten und Gedanken zum Christfest, die Prädikant Martin Herberg und Pfarrvikar Ferdi Vater vortrugen, zu Herzen, als dass man sich vom Wetter den Besuch der Weihnachtsfeier vermiesen lassen wollte.

Zudem erstrahlte das Gotteshäuschen inmitten des Ortes auch ohne weißes Winterkleid an diesem Tag im Zauber des bevorstehenden Weihnachtsfestes in einem ganz besonderen Glanz. Der Bürgerverein hatte die Weihnachtsfeier unter freiem Himmel vor acht Jahren ins Leben gerufen, um eben diese Kapelle stärker in den Mittelpunkt des Dorfgeschehens zu rücken. In diesem Jahr wandte sich Bürgervereinsvorsitzende Dagmar Ziegner daher auch mit einem ganz besonderen Anliegen an ihre Mitbürger: "Wir bitten euch um Spenden, da unsere Kapelle dringend renovierungsbedürftig ist." Nicht nur ein neuer Innenanstrich ist in den kommenden Monaten fällig, auch die Polster der Sitz- und Kniebänke sind verschlissen und müssen dringend erneuert werden, gleiches gilt für den Teppich. Und an dem Hahn auf der Spitze des kleinen Türmchens hat der Zahn der Zeit ebenfalls kräftig genagt.

Um all dies finanzieren zu können, hat sich der Bürgerverein für die Weihnachtsfeier neben dem Spendenaufruf etwas Originelles einfallen lassen: einen Stand mit Last-Minute-Geschenken. Zahlreiche Dorfbewohner hatten Selbstgemachtes oder -gekauftes wie Sächsischen Stollen aus Zitta, das Rauschendorfer Kapellchen aus Keramik, hausgemachte Tomatensauce in Weckgläsern, Kerzengebinde und vieles mehr liebevoll verpackt dem Bürgerverein gestiftet; der Verkaufserlös kommt der Kapelle zugute.

Deren Türen waren am vierten Adventssonntag weit geöffnet, damit auch jeder die Krippe dort bewundern konnte. Wie es schöne Tradition im Ort ist, stellt jedes Jahr eine andere Familie aus Rauschendorf oder Scheuren ihre Krippe als Leihgabe zur Verfügung - dieses Mal hat Familie Brenner ihre kleine Weihnachtswunderwelt, die schon in der dritten Generation unter dem heimischen Christbaum steht, in der Kapelle aufgebaut.

Zusätzlich gab es eine kleine Ausstellung von Miniaturkrippen zu sehen, die der stellvertretende Vereinsvorsitzende Gunnar Behrendt im Laufe der Jahre nach und nach erstanden hat: darunter auch eine aus Flaschenkorken geschnitzte Stalllandschaft mit Maria, Josef, dem kleinen Jesus und natürlich vielen Tieren.