Kommentar zur Stadtentwicklung in Königswinter: Schneller Lernerfolg

Kommentar zur Stadtentwicklung in Königswinter : Schneller Lernerfolg

Für die dritte Veranstaltung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept für Königswinter hat die Stadt Konsequenzen aus den ersten beiden Treffen gezogen. Ein schneller Lernerfolg, findet GA-Redakteur Hansjürgen Melzer.

Innerhalb von acht Tagen haben die Königswinterer Verwaltung und das Aachener Planungsbüro MWM einen erstaunlichen Lernprozess durchgemacht. Die dritte Informationsveranstaltung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept hatte mit der ersten, bei der es um die Altstadt und Dollendorf gegangen war, nicht mehr allzu viel gemeinsam. Dass auch Bürgermeister Peter Wirtz ehrlich einräumte, die Stadt habe aus der ersten Veranstaltung gelernt, zeigt, dass die Verwaltung die richtigen Erkenntnisse gewonnen und Konsequenzen daraus gezogen hat.

Man darf wohl mit Fug und Recht annehmen, dass die Vinxeler Bürger bei einer Präsentation wie in der vergangenen Woche auf die Barrikaden gegangen wären. Sie hätten wohl kaum verstanden, warum sie grüne, gelbe und blaue Zettel ausfüllen sollen, nichts aber über zwei große Bebauungspläne für ihr Gebiet erfahren. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen. Die Informationen von Planungsbüros und Verwaltung über den Verfahrensstand waren angemessen und trugen entscheidend dazu bei, dass sich die Bürger anschließend konstruktiv in die Veranstaltung einbrachten.

Aber auch hier wurde allerdings deutlich, was viele Vinxeler wollen: die Erhaltung des dörflichen Charakters ihres Ortes, keine massive Bebauung, eine Berücksichtigung der geplanten Bauprojekte auf Bonner Stadtgebiet und keinen Ennertaufstieg. In Heisterbacherrott und Thomasberg gibt es zwar auch Bürger, die das Neubaugebiet Limperichsberg zu groß finden.

Angesichts fehlender Potenzialflächen für eine weitere Bebauung sorgen sich die Bürger hier aber offensichtlich mehr um andere Dinge; zum Beispiel dass die ältere werdende Bevölkerung in den Planungen der Stadt keine Rolle spielt. Und dass heute bereits Angebote für ältere Bürger und junge Leute fehlen.

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