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Schlossleuchten: 1500 Besucher am Schloss Drachenburg in Königswinter

Schloss Drachenburg in Königswinter : Rund 1500 Besucher zum Auftakt beim Schlossleuchten

Zum sechsten Mal leuchtet Schloss Drachenburg seit diesem Wochenende wieder, Thema ist in diesem Jahr der 250. Geburtstag von Beethoven. Zum Auftakt kamen rund 1500 Besucher.

Sehen, hören und staunen. Das sechste Schlossleuchten auf Schloss Drachenburg wurde am Freitagabend eröffnet und wird an den kommenden Wochenenden bis zum 23. Februar, für tausende Besucher, so hoffen die Veranstalter, zu einem märchenhaften Erlebnis. Rund 1500 Besucher waren es laut Alexandra von dem Brinke, verantwortlich für die Veranstaltung auf Schloss Drachenburg, am ersten Wochenende. Das seien etwas weniger als in den vergangenen Jahren, dafür haben Interessierte in diesem Jahr aber auch ein Wochenende mehr, um sich das Schlossleuchten anzuschauen.

Verantwortlich für das Leuchtspektakel sind wieder der Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld und sein Team. In diesem Jahr haben sich die Akteure den Jubiläumsfeierlichkeiten zu Beethovens 250. Geburtstag angeschlossen und den Komponisten auf vielfältige Weise beleuchtet und in schillerndes Licht gerückt.

Schloss als Gesamtkunstwerk

Besucher des Schlossleuchtens sollten ausreichend Zeit mitbringen, um das Ereignis in möglichst vielen Einstellungen zu genießen. Wer den Fußweg zum Schloss hinauf wählt, kann sich langsam annähern und sieht das Schloss als Gesamtkunstwerk in leuchtende Farben getaucht. Rückt das Schloss perspektivisch heran, gehören die Blicke den verschiedenen Seiten des imposanten Bauwerks, das mit seinen Fenstern, Türmen, Treppen und Türen in unterschiedlichen Höhen die Lichtfarben vielfältig einfängt. Auf dem Weg hinauf geht es vorbei an der Nibelungenhalle, die sich dem bunten Ereignis angeschlossen hat.

Aus der Ferne ist die Inszenierung für den großen Komponisten kaum auszumachen. Die Farben gehören dem Schloss an sich. Gelegentlich schimmert dezent ein Licht umspieltes Konterfei Beethovens durch die Bäume des Schlossparks. Nach dem Eintritt durch die Vorburg in den Park umfängt die Besucher dann die Gegenwart Beethovens, die auch den weiteren Besuch von Schloss und Garten bestimmt.

Im Park lohnt es sich, immer wieder zu verharren und die Blicke schweifen zu lassen, die Aussicht auf das leuchtende Bonn im tieferen Rheintal zu genießen. Beethovens Geburtsstadt wird in das Lichtermärchen einbezogen. Der Weg führt weiter vor die Ostfassade des Schlosses. Dort hat Flammersfeld gemeinsam mit Harald Opel, künstlerischer Leiter des storylab „kiU“ der Fachhochschule Dortmund und Studenten über dem Eingangsportal eine Videoprojektion geschaffen, die sich alle zehn Minuten wiederholt.

Countdown läuft mit

Damit die Besucher wissen, wann es wieder soweit ist, läuft ab zehn Minuten abwärts ein Countdown in der Projektion mit. Das storylab als Teilbereich des Fachbereichs Design beschäftigt sich mit der Entwicklung von innovativen Projekten, wobei das Storytelling, die erzählende Kunst mit neuen Technologien, dabei im Vordergrund steht.

In den wenigen Minuten öffnet die Projektion charakteristische Schaffenssymbole aus Beethovens Leben. Ein beschriebenes Notenblatt entrollt sich über der Fassade, Fenster leuchten auf, dahinter zeigt sich eine Beethovenfigur in Bewegung. Mal geigend, mal rastlos umher laufend, ja sogar fechtend ist der Künstler zu sehen. „Das Fechten soll Beethovens Kampf mit sich selbst darstellen“, erläutert Opel.

Harald Opel selbst hat die Figur des Beethoven in der Projektion gespielt. Er habe sich dafür auch mit der Gefühlswelt Beethovens auseinander gesetzt, sagte er. Plötzlich erfüllen brechende bunte Mauerstücke die Schlossfassade. Wer dazu die Musik Beethovens hören möchte, kann über die FM-Frequenz 87,5 über Handy den Hörgenuss dazu erleben. Dafür sind auch Mini-Radios in der Vorburg entleihbar. Allerdings ist das Zuhören nur mit Kopfhörer möglich, um die Ruhe im nächtlichen Naturraum nicht zu stören.

Reise ins Surreale

Der Besuch in den Räumen des Schlosses selbst ist eine Reise ins Surreale. In der Kunsthalle stehen gigantische Hörner mitten im Raum. Sie erinnern an riesige Hörrohre, wie der ertaubte Beethoven sie nutzte. Skizzierte, Licht umspielte Beethoven-Köpfe beherrschen die Räume. Imposant präsentiert sich eine Schau mit roten Laserstrahlen in der oberen Schlossetage. In bläuliches Licht getauchte Tänzer ziehen die Blicke in den unteren Räumen auf sich. Das gesamte Interieur des Schlosses mit Möbeln, Vasen, Geschirr und prachtvollen Dekors scheint um die Beethoven-Illuminationen herum in Bewegung.

Wer sich nach soviel Märchenhaftigkeit stärken möchte, hat dazu Gelegenheit vor der Wagenhalle des Schlosses. Es locken heißer Bratapfelwein, Suppen und andere Speisen. Der Blick ins abendliche Rheintal rundet das sinnliche Erlebnis ab.