Im Auftrag des Herrn unterwegs im Siebengebirge: Pfarrerin Demond in den Ruhestand verabschiedet

Im Auftrag des Herrn unterwegs im Siebengebirge : Pfarrerin Demond in den Ruhestand verabschiedet

Dorothee Demond hebt ab. Sie feierte gestern ihren 63. Geburtstag. Und just an diesem Tag startete sie in einen neuen Lebensabschnitt. Superintendent Reinhard Bartha entpflichtete sie am Nachmittag während eines feierlichen Gottesdienstes in der Christuskirche von ihren Aufgaben als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Königswinter-Ittenbach.

Und die katholischen Glaubensbrüder aus dem Berg- und Talbereich Königswinters sowie die evangelische Nachbargemeinde Oberkassel-Dollendorf schenkten ihr und Ehemann Karl-Heinz beim anschließenden Empfang im Ernst-Rentrop-Haus gemeinsam eine Ballonfahrt.

Ein Heißluftballon im Miniformat sollte symbolisch schon mal Lust machen auf die Reise in den Wolken - und natürlich über dem Siebengebirge, wo Pfarrerin Demond mehr als 30 Jahre tätig war. Für ihren Ruhesitz in Eudenbach gab es von der eigenen Kirchengemeinde einen Gutschein für Pflanzen.

Auch Bürgermeister Peter Wirtz dankte der künftigen Ruheständlerin für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt Königswinter und erinnerte insbesondere an den Betrieb des Kindergartens. Viele Vertreter der Vereine, von der Freiwilligen Feuerwehr bis zur Schützenbruderschaft, besuchten den Gottesdienst, um somit ihre Verbundenheit mit der Seelsorgerin auszudrücken. Der Vorstand der Moscheengemeinde Königswinter war ebenfalls gekommen.

"Du hast Deinen Dienst hier geführt zur Ehre Gottes mit den Gaben, die Gott Dir gegeben hat, getreu Deiner Ordination und gemäß den Ordnungen unserer Kirche", sagte der Superintendent während der Entpflichtungszeremonie. Und: "Wie Du Gottes Führung und seine Fügungen hier in Deinem Dienst in Königswinter und Ittenbach erfahren hast, so möge Gott Dich auch begleiten in allem, was Du zukünftig vorhast und was er mit Dir vorhat." Während Bartha Pfarrerin Demond segnete, legte er seine Hände auf ihr Haupt. Die Presbyter gratulierten anschließend, umarmten die scheidende Pfarrerin - und die Besucher des Gottesdienstes erhoben sich von ihren Plätzen und applaudierten Dorothee Demond minutenlang.

Reinhard Bartha sagte: "An ganz vielen Stellen wirst Du künftig fehlen, ganz viele Menschen werden Dich vermissen." Demond habe ihren Auftrag, "den Menschen dieser Gemeinde die alte Heimathöhle Religion mit ihren guttuenden Formaten erfahrbar zu machen", erfüllt. Schon allein ihr Name habe damals, bei Dienstantritt am 24. März 1985, beste Voraussetzung geboten: Dorothee - die von Gott Gegebene. Vom Namen her werde ihre Nachfolgerin Gelhaar kaum nachstehen: Christina, die Gesalbte.

Die Menschen in den Gemeinden würden Geistliche suchen und brauchen, die auch Geistliche sein wollen, Tröster, die aus gutem Grund mit ihrem Glauben antreten. "Genau das war Deine Stärke", sagte der Superintendent, der in seiner Predigt auch auf die Schwierigkeiten des Christseins im 21. Jahrhundert einging. Demond habe den Königswinterer "Weinberg" über drei Jahrzehnte hinweg, ohne um ihre Person irgendeinen Wind zu machen, unaufgeregt, sorgsam und mit stillem Fleiß bestens bearbeitet. Nun wird sie den Weinberg bald mit dem Ballon überfliegen.

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