Zusammenhalt zählt: Patronatsfest in Niederdollendorf gefeiert

Zusammenhalt zählt : Patronatsfest in Niederdollendorf gefeiert

Die Sankt Sebastianus Junggesellen-Bruderschaft Niederdollendorf feiert ihr Patronatsfest mit einem Ball. Danach geht es zum „Blindfischen“ im Kühlschrank des Königs.

Frack und Zylinder zu tragen und das Brauchtum zu pflegen, ist für die Mitglieder der Sankt Sebastianus Junggesellen-Bruderschaft Niederdollendorf von 1672 kein alter Hut. Das haben die fast 30 Aktiven des Vereins, die laut Statuten mindestens 16 Jahre und ledig zu sein haben, auch bei ihrem Patronatsfest mit Sebastianusball zu Ehren ihres Schutzpatrons demonstriert.

Wenn König Joshua Lang beim Einzug in die geschmückte Aula der Longenburg-Grundschule auch eher eine ernste Miene machte, was aber auch an der 24 Kilogramm schweren Königskette auf seinen Schultern gelegen haben mag, war ihm dennoch zum Feiern zumute. „Ich bin mit der Bruderschaft aufgewachsen und wollte schon als Kind König werden“, erklärte die 134. Majestät der Bruderschaft, im wahren Leben Steuerfachangestellter. Das war ihm mit dem richtigen Treffer beim Königsvogelschießen Ende September gelungen.

An der Seite des 27-Jährigen präsentierte sich seine strahlende Königin, Linda Langmaack. Die 28-jährige Mediengestalterin fand es als Auswärtige erst „ein bisschen komisch“, als sie von der Bruderschaft hörte, schwärmt aber mittlerweile genauso wie andere Mitglieder speziell vom Zusammenhalt, der Hilfsbereitschaft und „dass man sich immer aufeinander verlassen kann“. Außerdem freute sie sich beim Sebastianusball aufs Tanzen – und das durfte das Königspaar schon zur Balleröffnung. An seiner Seite hatte er seine beiden Begleiterpaare, Alex Henseler und Melanie Vieritz sowie Milan Wloemer und Suinja Frembgen, und bei der Vorstellung den am Vortag neu gewählten Vorstand.

Generalversammlung

Denn bei der katholischen Vereinigung junger Männer hatte am Vortag nach einer Heiligen Messe auch die Generalversammlung angestanden. Dabei wurde Felix Seidel als Nachfolger von Joshua Lang zum ersten Brudermeister und Christoph Winter zum zweiten Brudermeister gewählt. Neuer Hauptmann ist der Vorjahres-König Simon Urban. Wiedergewählt wurde der erste Fähnrich Erik Englert. Zweiter Fähnrich ist Tobias Ziersch, der am Ballabend beim Mitternachtsfähndelschwenken selbst zu vorgerückter Stunde noch sein Können zeigte.

Nicht zuletzt weil der Verein auch das Gebot des karitativen Dienstes am Nächsten in seiner Satzung verfügt hat, gehört auch eine Spendenübergabe zum Programm beim Sebastianusball. 1000 Euro sind im vergangenen Jahr beim Benefiz-Fußballturnier zusammengekommen, die an die Walter-Mundorf-Stiftung für kranke Kinder in Not, an den katholischen Kindergarten Niederdollendorf und an die Jugend-Feuerwehr des Ortes gehen.

Gefeiert wurde auch im Beisein des Königspaars von vor 25 Jahren, Erik und Eva Seewald, sowie mit den vielen inaktiven Mitgliedern, Vertretern befreundeter Bruderschaften aus der Umgebung, Schützen und der übrigen Dorfgemeinschaft. Natürlich fehlte auch der offizielle Königstanz nicht, und für manchen war es Ehrensache, nach Ende des Balls auch noch beim „Blindfisch“ in den frühen Morgenstunden dabei zu sein. Warum das so heißt, konnten die Mitglieder der Bruderschaft auch nicht mehr sagen, aber was es ist: das traditionelle Kühlschrankplündern im Haus des Königs.