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Willkommensbesuch bei 80 Prozent aller Eltern: Neues Team für junge Familien

Willkommensbesuch bei 80 Prozent aller Eltern : Neues Team für junge Familien

Rund 300 neue Erdenbürger werden jedes Jahr in Königswinter geboren. Damit nicht nur der Start ins Leben, sondern auch in den Familienalltag möglichst gut gelingt, gibt es für Eltern die "Frühen Hilfen".

Erster Baustein in einer ganzen Kette von Angeboten für werdende und frischgebackene Mütter und Väter sind die Baby-Willkommensbesuche, die der Servicebereich Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Stadt Königswinter seit Ende 2013 anbietet - ab sofort mit neuem Schwung und neuen Kräften.

Bürgermeister Peter Wirtz stellte am Donnerstag persönlich das neue Besuchsteam in den Räumen des Jugendamtes vor: Mit dabei sind Anke Keuter-Hensel, seit 28 Jahren Hebamme, Kerstin Berninger, langjährige Eltern-Kind-Gruppenleiterin, Franziska Wald, ebenfalls erfahrene Hebamme, sowie Gesine Kusserow, Kinderkrankenschwester und U 3-Fachkraft.

Die vier Frauen sind seit Juni im Einsatz, um frischgebackene Eltern zwischen der achten und zwölften Lebenswoche ihres Babys zu besuchen, ein Willkommenspaket zu überreichen und ein offenes Ohr für Fragen und Sorgen zu haben.

"Gerade der persönliche Besuch ist das Besondere an unserem Angebot", so Frühe Hilfen-Koordinatorin Ute Berledt-Dörr. "Die Familien schätzen die persönlichen Gespräche sehr." In den vergangenen fünf Jahren sind rund 80 Prozent aller Familien mit einem Neugeborenen, etwa 1250 Familien, besucht worden. Hinzu kommen 130 Familien, die im ersten Lebensjahr ihres Kindes neu zugezogen sind und ebenfalls einen Willkommensbesuch erhalten haben.

Das Begrüßungsgeschenk: In einer großen Stofftasche mit "Willkommen in Königswinter"-Aufdruck stecken ein praktischer Schlafsack, ein Kirschkernkissen sowie ein großer Ordner, in dem all das drinsteht, was frischgebackene Eltern interessieren wird.

Darunter sind etwa Adressen der Kinderärzte, von Betreuungsangeboten und Gruppen für Eltern mit Kleinkindern sowie Wissenswertes über Familienzentren und Ansprechpartner, wenn es in der Familie einmal nicht so rund laufen sollte. "Eltern sind oft überfordert, auch wenn das Internet natürlich zahlreiche Informationen bereithält", so Keuter-Hensel: "Wenn ich aber nicht weiß, was ich eigentlich suchen soll, nützt mir die beste Internetrecherche nichts. Darum ist der Ordner so wertvoll."

"Ich freue mich sehr, dass es diese Aktion gibt", betonte Wirtz, der auch den Sponsoren - der Kreissparkasse Köln und der Rhenag AG - dankte. Er unterstrich die Bedeutung des gesamten Netzwerks "Frühe Hilfen": "Ohne ein Netzwerk wie dieses wäre die präventive Kinder- und Jugendarbeit so kaum durchführbar. Das ist etwas, was in unserem Jugendamt richtig gut funktioniert."

Die Frühen Hilfen bestehen neben den Willkommensbesuchen noch aus weiteren Bausteinen. So gibt es seit dem Frühjahr 2016 das Eltern-Kind-Café in der Altstadt, seit 2017 ist eine Familienhebamme im Einsatz.

Seit Juni ist dies ebenfalls Keuter-Hensel, die derzeit noch eine Zusatzausbildung absolviert. Das Angebot kann von Schwangeren oder Eltern mit einem Kind bis zum vollendeten ersten Lebensjahr bei erhöhtem Unterstützungsbedarf in Anspruch genommen werden.

"Das ist ein sehr individuelles, fachlich hochwertiges Angebot", betont Christian Weuthen, pädagogischer Leiter und stellvertretender Servicebereichsleiter Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Ein weiterer Baustein ist das Projekt "Aufwind" in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen, in dessen Rahmen eine ehrenamtliche Familienbegleitung angeboten wird.

Künftig soll das Angebote der Frühen Hilfen noch weiter ausgebaut werden: "Es werden sich sicher noch weitere Projekte finden, und wir möchten schauen, dass wir auch für die Altersgruppen ab drei Jahre künftig etwas anbieten können", so Weuthen.

Das lokale Netzwerk Frühe Hilfe ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Einrichtungen, Institutionen und Personen aus der Kinder- und Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen, der Elternbildung und Beratungsstellen. Die städtische Steuerung erfolgt durch die Koordinierungsstelle.

Ansprechpartnerin ist Ute Berledt-Dörr, (02244) 8895318 , E-Mail: ute.berledt-doerr@koenigswinter.de