Fragebogenaktion in Oberpleis: Neues Gesicht für den Kirchplatz

Fragebogenaktion in Oberpleis : Neues Gesicht für den Kirchplatz

Der schlechte Zustand vieler Gebäude am Kirchplatz, an der Siegburger Straße und an der Probsteistraße, der Leerstand von Ladenlokalen und der Busbahnhof sind vielen Eigentümern und Gewerbetreibenden in Oberpleis ein Dorn im Auge.

Das ist das Ergebnis einer Fragebogenaktion im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen für ein Sanierungsgebiet in der Ortsmitte. Den Fragebogen hat die Stadt im Zuge des Beteiligungsverfahrens zusammen mit dem Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH entwickelt. Die Ergebnisse werden am Dienstag, 29. April, im städtischen Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt.

Nach dem eher geringen Interesse an einer Informationsveranstaltung im Mai 2013, an der abzüglich der Vertreter von Politik und Verwaltung gerade einmal 15 Bürger teilgenommen hatten, war die Beteiligung an der Fragebogenaktion besser. Von 160 angeschriebenen Eigentümern füllten 90 den Fragebogen aus.

Angesichts der Auskunftspflicht, auf die die Eigentümer auch hingewiesen wurden, war das Ergebnis aber eher ernüchternd. "Als wesentliches Ergebnis der Eigentümerbefragung und -beteiligung kann zusammenfassend festgestellt werden, dass heute aufgrund der Eigentümersituation keine Gründe erkennbar sind, die der Durchführung einer Sanierung entgegenstehen", heißt es im Fazit des Fachbüros.

Die Mehrheit stünde den Zielen der Sanierung positiv gegenüber. Knapp die Hälfte der Eigentümer und Gewerbetreibenden wollten auch künftig in Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen ihrer Immobilie oder ihres Betriebes investieren. Mehr als 60 Prozent der Teilnehmer an der Fragebogenaktion sind gleichzeitig Eigentümer ihrer Immobilie im Untersuchungsgebiet.

Rund ein Drittel ist voll verpachtet, etwa ein Viertel zum Teil. Die Frage, inwieweit eine öffentliche Förderung der Sanierung möglich ist, wurde bei der Aktion noch nicht erörtert.

Von den Befragten wurden vor allem die obere Siegburger Straße und der Kirchplatz genannt, die unter den deutlich sichtbaren Leerständen von Ladenlokalen und gastronomischen Objekten leiden würden. Die Eigentümer versprechen sich von einer Sanierung eine deutliche Attraktivitätssteigerung und eine Belebung des Einzelhandels und der Gastronomie.

Ein besonderer Fokus wird auf die Wiederherstellung eines zentralen, ansprechenden, grünen und kommunikativen Ortsmittelpunktes gelegt. Gewünscht wird eine grundlegende Neugestaltung des Kirchplatzes als zentraler Ort der Begegnung mit geringerem Verkehrsanteil.

Manche Eigentümer sähen einen Abriss des seit Jahren leer stehenden "Alten Zolls" gerne, andere würden eine Sanierung und Aktivierung der Traditionsgaststätte bevorzugen. Hier wurden jedoch bereits Fakten geschaffen: Die Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG) hat das Fachwerkgebäude erworben. In den kommenden Monaten soll es saniert werden. Gleichzeitig wird ein Gastronom als Betreiber gesucht.

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