Bronze- statt Stahlglocken: Neues Geläut für die Christuskirche in Königswinter

Bronze- statt Stahlglocken : Neues Geläut für die Christuskirche in Königswinter

Die Stahlglocken der Christuskirche sind bald Geschichte. Demnächst erklingt das Geläut von Bronzeglocken aus dem Turm in der Königswinterer Altstadt.

Während des Zweiten Weltkriegs waren die damaligen Glocken vom Turm genommen und eingeschmolzen worden, erklärt Thomas Metzner, Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde. Danach seien drei Stahlglocken „minderer Qualität“ angeschafft worden. „Diese Glocken müssen nun aufgrund von Korrosionsschäden ersetzt werden.“ Ein Glück für die Gemeinde, dass in Düsseldorf Ersatz gefunden werden konnte.

Die Kirche der dortigen evangelischen Epiphanias-Gemeinde im Stadtteil Rath ist geschlossen, das Grundstück verkauft. Das Geläut sollte eigentlich eingeschmolzen werden. Über den Glockensachverständigen der Landeskirche, so Metzner, hätten die Königswinterer jedoch von den Glocken gehört und sie „unter dem Materialwert“ für rund 10.000 Euro erworben. „Eine gute Gelegenheit“, so Metzner. Vier Glocken, die allesamt mit einem Lastwagen angeliefert wurden, werden nun in einer Garage zwischengelagert, ein Exemplare wird im Vorraum der Kanzel aufbewahrt.

Die neuen Glocken, die aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn bestehen, sind zwischen 78 und 113 Zentimeter hoch und zwischen 290 und 940 Kilo schwer. „Er ist unser Friede“ und „Gott ist Liebe“ sind zwei der fünf Inschriften, die eingearbeitet sind. Die aufwendigeren Arbeiten steht allerdings noch bevor. „Das Problem ist, die Glocken auf den Turm zu schaffen“, sagt Metzner. Damit verbunden sind auch Arbeiten am Glockenstuhl.

Der alte aus Metall weist an einigen Stellen bereits Roststellen und Beschädigungen auf und kann für die neuen Glocken nicht mehr genutzt werden. Ein neuer Holzglockenstuhl samt Elektronik ist erforderlich. Rund 100.000 Euro dürfte das Gesamtpaket insgesamt kosten, schätzt Metzner. Zwei bis drei Jahre könnten die alten Glocken zwar noch läuten, doch so lange soll es nicht dauern.

Einen genauen Zeitplan für die Weihe gibt es jedoch noch nicht. Metzner: „Wir schätzen, dass wir die Glocken nächstes Jahr auf den Turm bekommen.“ Derzeit werde der neue Glockenstuhl von einem Architekten gezeichnet. Metzner bezeichnet die Marschroute als „zügig, aber ohne Zeitdruck“.