Im Januar rücken Handwerker an: Neuer Pächter für Gut Sülz gefunden

Im Januar rücken Handwerker an : Neuer Pächter für Gut Sülz gefunden

Ein neuer Pächter für die Gaststätte und den Weingarten Gut Sülz konnte gefunden werden. Das Oberdollendorfer Traditionshaus wird ab Januar umfassend renoviert. Doch das könnte aufwendig werden.

Der Start in das Jahr 2020 wird für Marion und Sebastian Rückert vor allem eines: arbeitsintensiv. „Am 6. Januar rücken die Handwerker an“, sagt Sebastian Rückert. Innerhalb von sechs Monaten sollen sie das Elternhaus seiner Frau Marion samt Außenflächen von Grund auf renovieren. „Die Schwiegermutter hat uns grünes Licht gegeben“, so Rückert. Dabei handelt es sich allerdings nicht um irgendein Gebäude, sondern um ein Oberdollendorfer Traditionshaus mit jahrhundertelanger Geschichte: Gut Sülz.

Wie berichtet, endet im Dezember der Pachtvertrag von Andreas Lelke, der das Weinhaus seit 1997 führte. „Wir haben vor knapp einem Jahr begonnen, Ideen für das Haus zu entwickeln“, sagt Marion Rückert. Konkret sei es dann im Frühjahr geworden. Von Beginn an habe jedoch außer Frage gestanden, dass das Gut renoviert und als Weinhaus weitergeführt werden soll. „Eine andere Überlegung gab’s nicht“, macht Marion Rückert klar. „Dazu ist die emotionale Bindung an diesen Ort einfach zu stark.“

Gemeinsam mit einem Bonner Architekturbüro seien Planungen und Konzepte für die Renovierung entstanden. Und mit dem Ittenbacher Ralf Scholz ein Gesellschafter und Pächter gefunden worden, „dessen Vorstellungen mit unseren übereinstimmen“, sagt Sebastian Rückert. Scholz’ Tochter Farlind, die gastronomische Erfahrungen unter anderem im „Haus im Turm“ in Rhöndorf gesammelt hat, übernimmt die Geschäftsführung und Restaurantleitung.

Und was sind die Vorstellungen? In einem ersten Schritt befassen sich die Handwerker ab Januar mit der Außenanlage – die Gartenfläche mit Blick in die Dollendorfer Weinberge umfasst rund 1000 Quadratmeter. Zunächst wird das ehemalige Kelterhaus grundlegend modernisiert, der offene Kamin reaktiviert, die dazugehörigen Sanitäranlagen werden barrierefrei umgebaut. „Wir planen, das Kelterhaus künftig auch für Veranstaltungen zu nutzen“, sagt Scholz. Denkbar sei zudem, dort einen Weinhandel einzurichten. Der Garten mit drei Terrassen wird geebnet. „Damit die Tische nicht mehr schräg stehen“, so Scholz. „Zugleich haben wir so die Möglichkeit, bei größeren Veranstaltungen auch mal ein Festzelt aufzubauen.“

Aufwendig dürfte die Renovierung des Haupthauses werden

Pünktlich zum 1. April sollen die Arbeiten rund um das Haupthaus abgeschlossen sein und der „Garten bedient werden“, wie Sebastian Rückert sagt. Wanderer, Radfahrer und Ausflügler finden dann auf der Getränkekarte vor allem deutsche Weine nebst weintypischen, hausgemachten Speisen. „Auch wenn es keinen klassischen Bierausschank geben wird, können die Gäste bei uns aber auch ein Weizenbier bekommen“, versichert Scholz.

Gleichfalls aufwendig dürfte auch die Renovierung des Haupthauses werden, das unter Denkmalschutz steht. Bis zum 1. Juli, so die Planungen, sollen hier die gastronomisch genutzten Räume im Erdgeschoss mit rund 75 Sitzplätzen umfassend modernisiert werden, ebenso die Küchen- und Sanitärbereiche. Auch die zwei Außenterrassen, die an den Ursprungsbau angrenzen, sollen nach der Renovierung wieder für den Restaurantbetrieb genutzt werden. Die genaue Höhe der Investitionskosten wollen Marion und Sebastian Rückert nicht nennen, nur soviel: „Es ist eine hohe sechsstellige Summe“, so Sebastian Rückert. Natürlich gebe es aufgrund des Denkmalschutzes Vorgaben, die bei der Modernisierung beachtet werden müssten. „Wichtig ist uns bei allen Neuerungen jedoch, die Seele des Hauses zu erhalten.“

„Seele und Herz“ sind auch zwei Stichworte, die Scholz nutzt, wenn es um den künftigen Restaurantbetrieb geht. „Man muss schon das Gastroherz haben, um so ein Projekt erfolgreich umzusetzen“, sagt er. „Unser Ziel ist es, das Weinhaus in einer Dollendorf entsprechenden Weise wieder aufleben zu lassen.“

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